SAP Aktie: 28 Prozent Minus seit Januar trotz KI-Offensive

SAP präsentiert mit der Autonomous Suite eine weitreichende KI-Strategie, während die Aktie seit Jahresbeginn massiv verloren hat.

Die Kernpunkte:
  • Neue Autonomous Suite vorgestellt
  • Über 50 KI-Assistenten geplant
  • Milliardeninvestition in KI-Labor
  • Aktie mit 28 Prozent Minus

Große Visionen auf der Bühne, rote Vorzeichen im Depot. Auf der Hausmesse Sapphire 2026 in Orlando hat SAP die wohl weitreichendste Strategie-Anpassung seiner Geschichte präsentiert. Das Softwarehaus will Geschäftsprozesse künftig weitgehend automatisieren. Am Aktienmarkt verfängt diese Fantasie bislang kaum. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 28 Prozent an Wert verloren.

Agenten statt Klicks

Das neue Konzept nennt sich „Autonomous Enterprise“. Den Kern bildet die SAP Autonomous Suite. Sie rüstet bestehende Anwendungen mit spezialisierten KI-Agenten aus, die Aufgaben von der Lieferkette bis zur Personalverwaltung eigenständig abarbeiten sollen. Über 50 sogenannte Joule-Assistenten koordinieren dabei ein Netzwerk aus hunderten Unter-Agenten.

Kunden können diese Werkzeuge künftig selbst anpassen. Dafür bringt SAP ab Juni die Software-Erweiterung Joule Studio auf den Markt. Flankiert wird die Offensive von tiefen Partnerschaften mit Tech-Größen wie Microsoft, Nvidia und Anthropic. Dessen KI-Modell Claude fungiert künftig als primärer Motor für die Agenten-Logik.

Zukäufe stärken die Datenbasis

Um die technische Infrastruktur zu stemmen, ging das Management in den vergangenen Monaten auf Einkaufstour. Die Übernahme des Datenbereinigers Reltio ist bereits abgeschlossen. Im dritten Quartal soll der Kauf der Datenplattform Dremio folgen.

Richtig teuer wird der Aufbau eigener Grundlagenmodelle. SAP übernimmt das Startup Prior Labs und will in den kommenden Jahren mehr als eine Milliarde Euro investieren. Das Ziel ist ein führendes KI-Labor für strukturierte Unternehmensdaten. Parallel dazu fließen 60 Millionen Euro in das Berliner Automatisierungs-Startup n8n. Die Finanzierungsrunde bewertet die Hauptstädter mit 5,2 Milliarden Dollar.

Analysten loben, der Chart warnt

Branchenexperten werten den Vorstoß positiv. DZ-Bank-Analyst Armin Kremser sieht SAP auf dem Weg zur zentralen KI- und Datenplattform im Software-Markt. Er ordnet die Technologie aktuell jedoch primär als Adoptionsthema ein, weniger als kurzfristigen Umsatztreiber.

An der Börse herrscht Skepsis. Zwar erholte sich die SAP-Aktie am Freitag auf 145,84 Euro. Erst wenige Tage zuvor hatte der Kurs bei 137,62 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert.

Der massive Abwärtstrend der vergangenen Monate spiegelt sich deutlich im Chartbild wider. Der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie beträgt aktuell rund 25 Prozent.

Der nächste Härtetest steht bereits im Kalender. Am 23. Juli legt SAP die Ergebnisse des zweiten Quartals vor. Investoren suchen nach konkreten Belegen, dass die KI-Offensive die Cloud-Buchungen antreibt. Das Jahresziel steht. Der Vorstand peilt Cloud-Erlöse von rund 26 Milliarden Euro an.

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