SAP Aktie: 31 Prozent Gewinn in 30 Tagen

SAP-Aktie zeigt sich trotz früher Verluste robust, während Übernahmespekulationen um Workday und eigene Zukäufe die Strategie prägen.

Die Kernpunkte:
  • Kursrücksetzer nach Workday-Gerüchten
  • Cloud-Umsatz wächst um 24 Prozent
  • Gewinnprognose leicht gesenkt
  • Quartalszahlen am 21. Oktober erwartet

SAP musste am heutigen Dienstag im XETRA-Handel einen Rücksetzer hinnehmen. Die Aktie gab im frühen Geschäftsverlauf um 0,8 Prozent auf 178,10 Euro nach, nachdem sie zuvor mit ihrer Marktkapitalisierung fast an Siemens als wertvollstes DAX-Unternehmen herangerückt war.

Auslöser der jüngsten Kursfantasie waren Gerüchte um eine mögliche Übernahme des US-Wettbewerbers Workday durch den Finanzinvestor Silver Lake. Solche Spekulationen um Konkurrenten wirken zweischneidig: Sie signalisieren Konsolidierungsdruck im Cloud-ERP-Markt, sorgen aber auch für Nervosität bei Anlegern, die genau beobachten, wie sich Wettbewerbsverhältnisse verschieben könnten.

Im Tagesverlauf zeigte sich die Aktie dennoch robust: Der aktuelle Kurs von 181,76 Euro liegt über dem Schlusskurs vom Montag bei 179,22 Euro, ein Plus von 1,4 Prozent. Damit hat sich die kurzfristige Schwäche vom frühen Handel bereits wieder etwas relativiert.

Der Blick auf die vergangenen Wochen zeigt die eigentliche Dynamik: Binnen 30 Tagen hat die Aktie um 31 Prozent zugelegt, getragen unter anderem von den bereits bekannten Insiderkäufen und der Einstellung kartellrechtlicher Vorermittlungen. Seit Jahresbeginn steht das Papier dennoch mit 13 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 23 Prozent.

Strategische Weichenstellungen abseits des Tagesgeschäfts

Während die Übernahmespekulation um Workday im Fokus steht, treibt SAP eigene strategische Projekte voran. Am 7. Mai erwarb der Konzern den Spezialisten für Master-Data-Management, Reltio, um die Datenbasis für seine KI-Strategie zu stärken. Saubere, konsistente Unternehmensdaten gelten als Grundvoraussetzung für belastbare KI-Anwendungen – ein Bereich, in dem SAP seine Cloud-Kunden stärker binden will.

Auch im Mittelstandsgeschäft bewegt sich etwas: Zirkel Technologies und SMS ERP haben eine Partnerschaft geschlossen, die Unternehmen einen Migrationspfad von SAP R/3 und S/4HANA auf die Plattform SAP Business One PRODUCTION eröffnet.

Für SAP ist das relevant, weil der industrielle Mittelstand traditionell eine Kundengruppe ist, die bei Systemumstellungen zögerlich agiert – ein reibungsloserer Migrationsweg könnte hier zusätzliche Cloud-Umsätze sichern.

Sicherheitslücken im Blick, Prognose bereits angepasst

Anfang August hatte SAP im Rahmen seines monatlichen Patch Day 28 Sicherheitshinweise veröffentlicht, darunter eine kritische Schwachstelle mit dem höchstmöglichen CVSS-Wert von 10,0 im Modul „Data Hub Adapter“ der SAP Commerce Cloud.

Solche Lücken sind für ein Unternehmen, dessen Software in sicherheitskritischen Geschäftsprozessen von Konzernen weltweit läuft, ein wiederkehrendes Thema und werden von Investoren in der Regel nicht als eigenständiger Kursimpuls gewertet.

Finanziell hatte SAP bereits Ende Juli reagiert: Die operative Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 wurde auf einen Korridor von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro leicht gesenkt, zuvor waren 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro avisiert. Grund waren die Zukäufe von Dremio und Prior Labs.

Gleichzeitig wuchs der Cloud-Umsatz im zweiten Quartal währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro – ein Wert, der die grundsätzliche Wachstumsdynamik des Cloud-Geschäfts unterstreicht, auch wenn die Investitionen in Zukäufe kurzfristig auf die Marge drücken.

Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn SAP seine Quartalsmitteilung für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen will. Bis dahin dürfte insbesondere die Entwicklung rund um Workday und Silver Lake ein Faktor bleiben, der die Kursbewegungen von SAP indirekt mitbestimmt.

Anzeige

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP