SAP Aktie: 72,8 Prozent Bruttomarge erwartet
Goldman Sachs senkt Margenprognose für SAP. Trotz Aktienrückkäufen fällt der Kurs weiter und notiert deutlich unter dem Jahresschnitt.

- Goldman Sachs senkt Bruttomargen-Prognose
- Massive Investitionen in KI und Cloud
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 32 Prozent
- Aktienrückkäufe können Kursrutsch nicht stoppen
Starke operative Ambitionen, schwache Kurse. Bei SAP klaffen strategischer Anspruch und Börsenrealität derzeit weit auseinander. Der Softwarekonzern investiert massiv in Künstliche Intelligenz und Cloud-Infrastruktur. Das belastet die operative Marge spürbar. Anleger reagieren nervös.
Goldman Sachs kappt Prognose
Analysten von Goldman Sachs ziehen nun erste Konsequenzen. Sie senken ihre Prognose für die Bruttomarge im zweiten Halbjahr 2026. Die Experten erwarten nur noch 72,8 Prozent. Zuvor lag der Wert bei gut 73 Prozent. Diese Anpassung spiegelt die enormen Kosten der Cloud-Skalierung wider. Auch neue KI-Dienste kosten das Unternehmen viel Kapital.
Parallel dazu treibt das Management das anorganische Wachstum voran. Im dritten Quartal 2026 will SAP die Übernahme von Dremio abschließen. Hinzu kommt ein milliardenschweres Investment in Prior Labs. Dieses Projekt läuft über vier Jahre. Damit baut der Konzern seine Führung bei der Datenanalyse aus. Im hart umkämpften Markt sichert das die Wettbewerbsfähigkeit.
Absturz trotz Aktienrückkauf
An der Börse verfehlen diese Schritte bisher ihre Wirkung. Die Aktie notiert aktuell bei 137,26 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf rund 32 Prozent. Damit fällt der Kurs weit hinter den 200-Tage-Durchschnitt von 182,90 Euro zurück.
Selbst ein massives Aktienrückkaufprogramm konnte den Abwärtstrend nicht stoppen. Bisher kaufte SAP eigene Papiere zu einem Durchschnittspreis von rund 161 Euro zurück. Das liegt deutlich über dem aktuellen Marktwert. Kein Wunder. Marktbeobachter hinterfragen nun das Timing dieser Käufe.
Aktuell befindet sich das Unternehmen in der Ruhephase vor den Quartalszahlen. Das Management kommentiert keine Schätzungen. Am 23. Juli 2026 legt SAP die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Dann muss der Vorstand beweisen, dass das Cloud-Wachstum die Profitabilität nicht dauerhaft zerstört.
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