SAP Aktie: Analysten spalten sich bei 175 bis 215 Euro
Nach schweren Kursverlusten zeigt die SAP-Aktie Stabilisierung, doch Analysten bewerten die weitere Entwicklung kontrovers.

- Wochenplus von 2,37 Prozent
- CEO Klein setzt auf Kostendisziplin
- JPMorgan skeptisch, Berenberg optimistisch
- Charttechnik zeigt erste Erholungssignale
SAP kämpft sich aus dem Tief. Nach einem massiven Kursverlust im ersten Halbjahr zeigt die Aktie erste Stabilisierungssignale. Die Analysten sind sich über die weitere Richtung aber alles andere als einig.
Am Freitag schloss die SAP-Aktie bei 139,32 Euro. Das bedeutet ein Wochenplus von 2,37 Prozent. Seit Jahresanfang steht aber immer noch ein Minus von 31,03 Prozent zu Buche.
Sparkurs trifft auf KI-Zwang
CEO Christian Klein setzt aktuell auf strikte Kostendisziplin. Personal- und Reisekosten stehen im Fokus, das Ziel ist eine stabilere operative Marge. Der Konzern will nach den schweren Kursverlusten der letzten Monate zurück auf Profitabilitätskurs.
JPMorgan-Analyst Toby Ogg bleibt trotzdem skeptisch. Er bestätigt sein Rating „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro. Sein Argument: SAP muss trotz aller Sparmaßnahmen massiv investieren, um im KI-Wettbewerb mit den US-Konkurrenten mitzuhalten. Zukäufe hält er dafür für wahrscheinlich.
Ogg zweifelt zudem an den Markterwartungen zur Margenentwicklung. Diese basieren seiner Einschätzung nach noch auf Annahmen aus der Zeit vor dem KI-Boom. Die Rechnung könnte also nicht mehr aufgehen.
Optimisten setzen auf Cloud und Partnerschaften
Andere Häuser sehen das deutlich positiver. Berenberg nennt ein Kursziel von 215 Euro, die UBS 205 Euro, Jefferies 210 Euro. Alle drei halten an ihrer Kaufempfehlung fest.
Ihr Argument: die starke Dynamik im Cloud-Geschäft. Dazu kommt die kürzlich geschlossene Partnerschaft mit Nokia und Microsoft zur Cloud- und KI-Transformation.
Charttechnik zeigt erste Erholung
Am 25. Juni markierte die Aktie ihr 52-Wochen-Tief bei 130,80 Euro. Seitdem hat sie sich über die Marke von 135 bis 138 Euro gearbeitet – ein erstes Stabilisierungssignal.
Der langfristige Trend bleibt trotzdem angeschlagen. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 181,08 Euro fehlen der Aktie noch 23,06 Prozent. Auch der 50-Tage-Durchschnitt liegt mit 146,45 Euro noch über dem aktuellen Kurs. Die Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 45,89 Prozent annualisiert – ein Zeichen für die anhaltende Unsicherheit im Software-Sektor.
Am 23. Juli 2026 legt SAP seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Dieser Bericht dürfte erstmals zeigen, ob Kleins Sparkurs und die neue KI-Governance bereits operative Wirkung zeigen. Besonders die Entwicklung der „Current Cloud Backlog“-Kennzahl und Fortschritte bei der Integration von Business-AI in die S/4HANA-Suite werden dabei im Mittelpunkt stehen.
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