SAP Aktie: Berenberg sieht 50 Prozent Aufwärtspotenzial

SAP-Aktie fällt auf Jahrestief, Analysten sehen trotzdem über 50 Prozent Aufwärtspotenzial. KI-Zukauf und US-Zertifizierung als positive Signale.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erreicht 52-Wochen-Tief bei 134 Euro
  • Berenberg bestätigt Kursziel von 215 Euro
  • KI-Start-up Prior Labs wird übernommen
  • US-Behördenzertifizierung für Cloud-Dienste

Fast halbiert in zwölf Monaten — und dennoch hält die Berenberg Bank an einem Kursziel von 215 Euro fest. Die SAP-Aktie kämpft nach einem neuen 52-Wochen-Tief um Stabilisierung.

Warum Anleger SAP meiden

Am Donnerstag fiel die Aktie auf 134,38 Euro — den tiefsten Stand seit einem Jahr. Am Freitagvormittag erholt sie sich leicht auf rund 136 Euro. Das Jahresverlustminus beträgt knapp 33 Prozent.

Berenberg-Analyst Nay Soe Naing sieht den Grund nicht in den Fundamentaldaten. SAP habe ein robustes erstes Quartal geliefert und wachse stabil beim Umsatz. Das Problem: Der Markt bevorzugt derzeit Unternehmen, die als direkte KI-Gewinner gelten. SAP fällt in diese Kategorie — aus Anlegersicht — noch nicht überzeugend genug. Die Folge: eine historisch niedrige Bewertung.

Das Kursziel von 215 Euro impliziert beim aktuellen Kurs ein Aufwärtspotenzial von über 50 Prozent.

Zwei strategische Schritte nach vorn

SAP bewegt sich trotzdem. Das Bundeskartellamt prüft seit dem 15. Juni den geplanten Erwerb von Anteilen an der Prior Labs GmbH aus Freiburg. Das Start-up entwickelt KI-basierte Analysetools — ein gezielter Zukauf, um das Datenanalyse-Portfolio zu stärken.

Parallel dazu meldet die US-Tochter SAP NS2 einen Erfolg: Die Defense Information Systems Agency hat die FedRAMP+ Impact Level 5 Zertifizierung für SAP S/4HANA Cloud Private Edition und die Business Technology Platform erteilt. US-Verteidigungsorganisationen können damit hochsensible Daten in der SAP-Cloud verarbeiten. Ein wichtiger Schritt ins lukrative US-Regierungsgeschäft.

Technik und Terminkalender

Der RSI liegt bei 35,4 — knapp oberhalb der überverkauften Zone. Technisch orientierte Käufer könnten das als Einstiegssignal werten. Die Zone um 135 Euro gilt als psychologische Unterstützung.

Heute könnte der „Große Verfall“ an den Terminbörsen für zusätzliche Schwankungen sorgen. Zum Mittag laufen Optionen und Futures auf Indizes und Einzelaktien aus. Kurzfristige Kurssprünge ohne neue Nachrichten sind dabei keine Seltenheit.

Den nächsten fundamentalen Prüfstein liefert SAP am 23. Juli 2026: Dann veröffentlicht das Unternehmen die Ergebnisse für das zweite Quartal. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn von 7,22 Euro je Aktie für das Gesamtjahr 2026. Ob das reicht, um das Narrativ vom „KI-Verlierer“ zu korrigieren, wird sich an diesem Tag zeigen.

Anzeige

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 19. Juni liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP