SAP Aktie: Bernstein sieht 276 Euro

SAP-Aktie erholt sich leicht nach Kursrutsch. Analysten uneins über Potenzial. Quartalszahlen am 23. Juli im Fokus.

Die Kernpunkte:
  • Kurserholung nach IBM-induziertem Rutsch
  • Analysten mit gegensätzlichen Bewertungen
  • Quartalszahlen am 23. Juli erwartet
  • Strategische Partnerschaften und Übernahmen

Auslöser war ein Kursrutsch von 5,6 Prozent am 15. Juli, nachdem der US-Wettbewerber IBM enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt hatte. Anleger fürchten seither, dass Unternehmen ihre IT-Budgets stärker in Richtung KI-Hardware statt in Softwarelizenzen verschieben könnten – eine Sorge, die auch auf SAP als größten europäischen Softwarekonzern durchschlug.

Die Aktie notiert aktuell bei 137,60 Euro und legt am Berichtstag um 0,89 Prozent zu. Damit hat sich der Titel leicht vom jüngsten Rücksetzer erholt, bleibt aber nur 5,20 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro, das erst Ende Juni markiert wurde. Die Nervosität rund um den Wert spiegelt sich auch in der Kursbewegung der vergangenen Wochen wider, in denen sich die Aktie kaum von ihrem Jahrestief lösen konnte.

Analysten mit gegensätzlichen Signalen

Die Einschätzungen der Investmentbanken zu SAP könnten unterschiedlicher kaum sein. Bernstein bestätigte am 14. Juli sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 276 Euro – nahezu das Doppelte des aktuellen Kursniveaus. Auf der anderen Seite steht JPMorgan mit einer deutlich zurückhaltenderen Haltung: Die Bank stufte die Aktie bereits im Frühjahr 2026 auf „Hold“ zurück und nannte damals ein Kursziel von 175 Euro. Die beiden Einschätzungen stammen damit aus unterschiedlichen Marktphasen und lassen sich nicht als taggleiche Reaktion auf die IBM-Zahlen lesen – sie zeigen aber, wie gespalten das Bild rund um SAP derzeit ausfällt.

Im Fokus steht nun der 23. Juli, an dem SAP seine Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Der Analystenkonsens aus 17 Häusern rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 1,76 Euro, nach 1,46 Euro im Vorjahresquartal. Beim Umsatz wird ein Wert von 9,85 Milliarden Euro erwartet. Seit dem 22. Juni befindet sich SAP in der sogenannten Quiet Period und äußert sich bis zur Zahlenvorlage nicht mehr zum operativen Geschäft.

Strategische Weichenstellungen abseits der Kurszahlen

Unabhängig von der Kursentwicklung hat SAP zuletzt mehrere strategische Themen vorangetrieben. Anfang Juli besiegelten Nokia, Microsoft und SAP eine mehrjährige Vereinbarung zur Beschleunigung Cloud- und KI-basierter Transformationen. Bereits am 6. Juli hatte SAP den Abschluss der Übernahme des Daten-Lakehouse-Anbieters Dremio bekanntgegeben, mit dem der Konzern seine technische Datenbasis für KI-Anwendungen ausbauen will. Ergänzend dazu vertiefte SAP am 2. Juli die Kooperation mit IBM selbst – zur Integration von KI-Innovationen in die SAP Cloud ERP Private Edition, was angesichts der aktuellen Kursreaktion auf die IBM-Zahlen eine gewisse Ambivalenz im Verhältnis beider Konzerne offenlegt.

Regulatorisch hat SAP zudem eine Altlast abgeräumt: Am 9. Juli schloss die EU-Kommission ihre Kartelluntersuchung gegen den Konzern ab. SAP verpflichtete sich im Gegenzug zu weitreichenden Flexibilisierungen bei Wartungsverträgen und Support-Modellen für On-Premise-Lizenzen. Sicherheitstechnisch behob der Konzern im Rahmen des Juli-Patchdays 16 Sicherheitslücken, darunter drei als kritisch eingestufte Schwachstellen in NetWeaver und der Commerce Cloud.

Finanziell hatte sich SAP im Mai mit einer Euro-Anleihe über 3,5 Milliarden Euro zusätzlichen Spielraum verschafft. Aktionäre erhielten zudem im Mai eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025, beschlossen auf der Hauptversammlung am 5. Mai. Die kommenden Wochen dürften nun zeigen, ob die operativen Zahlen am 23. Juli die pessimistischeren Stimmen am Markt widerlegen können – oder ob die Sorge vor einer Budgetverschiebung weg von klassischer Unternehmenssoftware weiter auf dem Kurs lastet.

Anzeige

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 16. Juli liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP