SAP Aktie: BlackRock erhöht auf 6,75 Prozent
BlackRock stockt SAP-Anteil auf 6,75 Prozent auf. Cloud-Wachstum und Kartellentlastung treiben den Kurs, während Analysten gemischte Signale senden.

- BlackRock erhöht SAP-Stimmrechte auf 6,75 Prozent
- Cloud-Umsatz wächst um 24 Prozent
- Kartellamt beendet Vorermittlungen ohne Maßnahmen
- SAP-Aktie steigt um 43 Prozent in 30 Tagen
BlackRock hat seine Position an SAP innerhalb weniger Tage zweimal ausgebaut. Der US-Vermögensverwalter meldete am 14. August eine Erhöhung seiner Stimmrechte auf 6,75 Prozent, nachdem er bereits am 10. August das Überschreiten der Schwelle von 6,70 Prozent zum Stichtag 5. August angezeigt hatte. Die Aufstockung fällt in eine Phase, in der die SAP-Aktie einen der stärksten Erholungsläufe ihrer jüngeren Geschichte hinlegt.
Cloud-Wachstum und Kartellentscheidung als Treiber
Der Kursanstieg der vergangenen vier Wochen speist sich aus mehreren Quellen. Zum einen bestätigte das Bundeskartellamt in einer bereits abgeschlossenen Vorermittlung, dass gegen SAP keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden.
Zum anderen lieferte der Konzern in seinen Quartalszahlen ein währungsbereinigtes Cloud-Umsatzwachstum von 24 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro sowie einen um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro gestiegenen Cloud-Auftragsbestand. Am Freitag schloss die Aktie bei 186,70 Euro, was einem Plus von 43 Prozent auf Sicht von 30 Tagen entspricht.
Am Donnerstag konkretisierte SAP zudem den Ausblick für das operative Ergebnis 2026 auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Der Konzern rechnet dabei mit einer leichten Margenverwässerung durch die Integration der KI-Zukäufe Dremio und Prior Labs – ein Hinweis darauf, dass Wachstum vorerst Vorrang vor Profitabilität hat.
Analysten mit gemischten Signalen
Die jüngsten Einschätzungen der Analysehäuser fallen positiv aus. Goldman Sachs bekräftigte am Freitag seine Kaufempfehlung für SAP und verwies auf die anhaltende Dynamik im Cloud-Geschäft sowie eine disziplinierte Kapitalrückführung. Einen Tag zuvor hatte auch TD Cowen sein „Buy“-Rating in einer Research-Note bestätigt.
Zurückhaltender äußerte sich JPMorgan bereits im März, als die Bank ihre Einstufung von „Overweight“ auf „Neutral“ senkte und dabei mögliche Sättigungstendenzen im Cloud-Auftragsbestand sowie die Bewertung der Aktie als Risikofaktoren nannte. Angesichts des seitherigen Kursverlaufs dürfte diese Einschätzung inzwischen überholt sein, ein aktuelles Update der Bank liegt jedoch nicht vor.
Technisches Bild spricht für Vorsicht
Nach dem kräftigen Anstieg mehren sich Warnungen vor einer Verschnaufpause. Medienberichten zufolge weist der Chart mittlerweile überkaufte Zustände und bearishe Divergenzen auf – ein Signal, dass der Erholungstrend an Schwung verlieren könnte. Der Relative-Stärke-Index notiert bei 75,0 und damit deutlich im überkauften Bereich, was die These einer bevorstehenden Konsolidierung stützt.
Operativ bleibt SAP zudem gefordert: Eine kritische Sicherheitslücke in der SAP Commerce Cloud mit einem CVSS-Höchstwert von 10,0 wurde am 9. August bekannt, der finale Patch soll am 9. September folgen.
Für den Vertriebskanal setzt der Konzern parallel auf Partner – so erwarb der IT-Dienstleister PrimeS4 Technologies vergangene Woche die Zertifizierung als „SAP Supply Chain Expert“ für Logistiklösungen in Nordamerika. Am 27. August lädt SAP zudem zum Connect Day für Customer Service in der diskreten Fertigungsindustrie nach Zürich.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Die fundamentale Story aus Cloud-Wachstum und regulatorischer Entlastung bleibt intakt und wird von institutionellen Investoren wie BlackRock offenbar honoriert. Technisch jedoch signalisiert die Aktie nach dem starken Lauf eine erhöhte Rückschlaggefahr.
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