SAP Aktie: Bundeskartellamt beendet Vorermittlungen ohne Auflagen

SAP erhält kartellrechtliche Entwarnung ohne Auflagen. Cloud-Wachstum bleibt stark, während Analysten ihre Kursziele senken und der Aktienkurs sich erholt.

Die Kernpunkte:
  • Kartellamt beendet Prüfung ohne Auflagen
  • Aktienkurs steigt um 1,49 Prozent
  • Cloud-Umsatz wächst um 22 Prozent
  • Analysten senken Kursziele, behalten Kaufempfehlungen

Das Bundeskartellamt hat seine Vorermittlungen gegen SAP SE eingestellt – ohne Auflagen. Die Behörde prüfte Vorwürfe von Wettbewerbern, unter anderem von Celonis, wegen angeblichen Missbrauchs beim Datenzugriff und einer unzulässigen Bündelung des Produkts Signavio. Laut Handelsblatt bestätigten sich diese Vorwürfe nach der Prüfung nicht. Für SAP ist die Entscheidung eine spürbare Entlastung, da die Vorwürfe seit längerem im Raum standen und regulatorische Risiken für das Cloud-Geschäft implizierten.

Der Kapitalmarkt reagierte prompt: Die Aktie legte am heutigen Dienstag um 1,49 Prozent auf 167,46 Euro zu und setzt damit eine Erholung fort, die sich bereits in den vergangenen Wochen aufgebaut hat. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich das Plus auf 19,07 Prozent. Der jüngste Schwung kam bereits am Vortag von starken Cloud-Zahlen der US-Partner Microsoft und Amazon, deren Wachstumsraten bei Azure und AWS einen robusten Investitionszyklus im Unternehmenssoftware-Sektor signalisierten.

Rückkäufe und Insider-Signale untermauern das Vertrauen

Parallel zur regulatorischen Entlastung lieferte SAP am heutigen Tag die erste Zwischenmeldung zum laufenden Aktienrückkaufprogramm 2026. Zwischen dem 27. und 31. Juli erwarb der Konzern über die Börse Xetra insgesamt 2.184.430 eigene Aktien zu einem gewichteten Durchschnittskurs von 157,62 Euro, das entspricht einem Volumen von 344,3 Millionen Euro. Die Rückkäufe fanden damit deutlich unterhalb des aktuellen Kursniveaus statt.

Auch von der Eigentümerseite kommen positive Signale. Der Ankeraktionär Harald Tschira erhöhte seinen Stimmrechtsanteil über Stimmbindungsverträge von 0,57 Prozent auf 4,22 Prozent, wie einer Stimmrechtsmitteilung zu entnehmen ist. Vorstandschef Christian Klein selbst griff am Tag nach der Vorlage der Quartalszahlen zu und kaufte SAP-Aktien im Gesamtwert von 325.219 Euro zu einem Durchschnittskurs von 133,60 Euro – zu einem Zeitpunkt, als der Kurs noch deutlich unter dem heutigen Niveau lag.

Solides Cloud-Wachstum, aber vorsichtigere Kostenprognose

Grundlage für die jüngste Kursbewegung bleiben die Ende Juli veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Der Cloud-Umsatz stieg um 22 Prozent, währungsbereinigt um 24 Prozent, auf 6,28 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft, der Current Cloud Backlog, wuchs um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro und signalisiert damit anhaltende Nachfrage über das laufende Geschäftsjahr hinaus. Das IFRS-Ergebnis je Aktie kletterte von 1,46 Euro im Vorjahr auf 1,89 Euro.

Gleichzeitig musste der Konzern seine Prognose für das operative Ergebnis leicht nach unten anpassen, auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro statt zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro. Als Grund nannte SAP Verwässerungseffekte aus jüngsten Akquisitionen. Für Anleger bedeutet das: Das Wachstumstempo im Cloud-Geschäft bleibt intakt, doch die Kostenseite verdient in den kommenden Quartalen genauere Beobachtung.

Analysten kappen Kursziele, Kaufempfehlungen bleiben bestehen

Mehrere Investmentbanken reagierten auf die Zahlen mit gesenkten Kurszielen. Barclays reduzierte sein Kursziel am 28. Juli von 255 auf 220 Euro und bestätigte die Einstufung „Overweight“; die Analysten verwiesen auf kurzfristige Unsicherheiten bei der Kostenentwicklung, trotz überzeugender Umsatzdynamik. Goldman Sachs senkte das Kursziel am 27. Juli von 230 auf 215 Euro und beließ die Kaufempfehlung „Buy“ nach einer detaillierten Analyse der operativen Margenentwicklung im zweiten Quartal. Auch Berenberg kürzte sein Kursziel am selben Tag, von 215 auf 205 Euro, begründet mit angepassten Margenannahmen infolge einer gestiegenen Kostenbasis, hielt aber ebenfalls an „Buy“ fest.

Das Bild bleibt damit gemischt: Die Kursziele wurden branchenweit zurückgenommen, die grundsätzlich positive Einstufung der Aktie jedoch nicht infrage gestellt. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die aktuelle Erholung – gestützt durch die kartellrechtliche Entwarnung, die laufenden Rückkäufe und die Insiderkäufe – tragfähig ist. Die nächste Standortbestimmung liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal 2026, die SAP für den 21. Oktober angesetzt hat.

Anzeige

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 4. August liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP