SAP Aktie: Bundeskartellamt leitet kein Verfahren ein
SAP erhält grünes Licht vom Kartellamt und überzeugt mit kräftigem Cloud-Wachstum. Die Aktie profitiert von doppelter Rückenwind.

- Kein Missbrauchsverfahren gegen SAP
- Cloud-Umsatz steigt um 24 Prozent
- Aktie erreicht höchsten Stand seit Juni
- KI in 90 Prozent der Top-Deals
Für SAP-Anleger überschneiden sich am heutigen Dienstag zwei positive Nachrichten: Das Bundeskartellamt hat kein Missbrauchsverfahren gegen den Softwarekonzern eingeleitet, und aktuelle Cloud-Zahlen unterstreichen das Wachstumstempo des Konzerns. Beide Meldungen treffen auf eine Aktie, die sich in den vergangenen Wochen bereits spürbar erholt hat.
Kartellamt sieht keinen Missbrauch
Die Wettbewerbshüter teilten mit, dass Vorermittlungen keine Anhaltspunkte dafür ergeben hätten, SAP behindere Konkurrenten wie den Prozessanalyse-Spezialisten Celonis. Ein förmliches Missbrauchsverfahren bleibt damit aus. SAP begrüßte die Entscheidung des Bundeskartellamts. Für den Konzern beseitigt das Ergebnis eine regulatorische Unsicherheit, die zuletzt im Raum stand, auch wenn sie den Kurs bislang kaum belastet hatte.
Der Zeitpunkt der Entwarnung fällt zusammen mit einer insgesamt freundlichen Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Am Montag hievte die Hoffnung auf eine Entspannung zwischen den USA und dem Iran den DAX erstmals über die Marke von 26.000 Punkten, der Leitindex schloss 1,45 Prozent höher. SAP gehörte neben der Deutschen Telekom zu den Stützen des Index und markierte dabei den höchsten Stand seit Anfang Juni.
Kursbild: Erholung nähert sich überkaufter Zone
Im Xetra-Handel schloss die SAP-Aktie am Montag bei 165,00 Euro, ein Tagesplus von 3,59 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 67,6 deutet darauf hin, dass sich die Erholung der vergangenen Wochen einer technisch überkauften Zone nähert. Das passt zu der Frage, die derzeit viele Marktbeobachter umtreibt: ob der jüngste Anstieg bereits als Vorbote eines neuen Kaufsignals zu werten ist oder ob dem Titel nach der starken Rally erst einmal die Luft ausgeht.
Cloud-Geschäft liefert den fundamentalen Unterbau
Unterfüttert wird die Kursbewegung von robusten Geschäftszahlen. Der Cloud-Umsatz legte im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zu, das margenstarke Cloud-ERP-Geschäft wuchs um 27 Prozent.
Für den Softwarekonzern bestätigt das den Kurs der vergangenen Quartale: Neugeschäft wandert zunehmend in die Cloud, während klassische Lizenzerlöse an Bedeutung verlieren. Vorstandschef Christian Klein verwies zudem darauf, dass Künstliche Intelligenz inzwischen in mehr als 90 Prozent der 50 größten Geschäftsabschlüsse eine Rolle spielt – ein Hinweis darauf, dass SAP KI nicht nur als Produktfeature, sondern als handfesten Umsatztreiber positioniert.
Der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft wuchs um 26 Prozent. Für das Gesamtjahr peilt SAP einen Cloud-Umsatz von rund 30 Milliarden Dollar an, ein Zuwachs von bis zu 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Prognose signalisiert, dass der Konzern sein Wachstumstempo trotz eines insgesamt schwierigeren Marktumfelds für Enterprise-Software beibehalten will.
Für Anleger ergibt sich damit ein Bild aus zwei Komponenten: kurzfristig hat die Kartellamt-Entwarnung eine Belastung aus dem Weg geräumt, mittelfristig liefert das Cloud-Wachstum die fundamentale Begründung für die jüngste Kursbewegung. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, dürfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen, sobald sich die aktuelle Marktdynamik rund um die geopolitischen Entwicklungen wieder beruhigt.
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