SAP Aktie: Celonis-Klage wird ausgeweitet
SAP sieht sich in den USA erweiterten Vorwürfen zum Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen ausgesetzt. Analysten senken Margenprognosen.

- Richter erlaubt erweiterte Kartellklage
- Goldman Sachs senkt Margenschätzung
- Aktie erholt sich leicht vom Tief
- Cloud-Umsatz-Ziel für 2026 bestätigt
Der juristische Streit zwischen SAP und Celonis erreicht die nächste Stufe. Ein kalifornisches Bundesgericht hat die Vorwürfe drastisch ausgeweitet. Jetzt geht es um den mutmaßlichen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen. Diese Nachricht trifft den DAX-Konzern in einer sensiblen Phase.
Am vergangenen Freitag erlaubte ein Richter dem Process-Mining-Anbieter Celonis, seine bestehende Kartellklage zu erweitern. SAP muss sich nun schwereren Anschuldigungen stellen. Der Prozessauftakt ist bereits für den 7. Dezember 2026 angesetzt. Parallel prüft die EU-Kommission weiterhin wettbewerbsrechtliche Zugeständnisse der Walldorfer in anderen Verfahren.
Margendruck vor den Quartalszahlen
Die juristische Front ist nicht die einzige Baustelle. Goldman Sachs senkte kürzlich die Schätzung für die Bruttomarge im zweiten Halbjahr 2026. Die Analysten erwarten nun 72,8 Prozent statt zuvor 73,3 Prozent.
Das zeigt die aktuellen Hürden, während der Konzern sein Geschäft umbaut. Die Folge: anhaltender Margendruck. SAP darf sich dazu aktuell nicht äußern. Der Konzern befindet sich in der streng regulierten „Quiet Period“ vor den nächsten Quartalszahlen.
Blick auf Kurs und Cloud-Wachstum
An der Börse reagierten Investoren zuletzt versöhnlich. Die Aktie schloss am Freitag bei 136,16 Euro. Das entspricht einem Kursgewinn von knapp vier Prozent. Damit löste sich das Papier leicht vom frischen 52-Wochen-Tief.
Die Jahresbilanz bleibt tiefrot. Seit Januar verlor der Titel rund 33 Prozent an Wert. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell fast 26 Prozent.
Am 23. Juli 2026 präsentiert SAP die Zahlen für das zweite Quartal. Das Management peilt für das Gesamtjahr Clouderlöse von rund 26 Milliarden Euro an.
Ein massives Aktienrückkaufprogramm federt den Abwärtsdruck ab. Bis Ende 2027 erwirbt SAP eigene Anteile für bis zu zehn Milliarden Euro. Bisher sammelte der Konzern Papiere zu einem Durchschnittspreis von 161,16 Euro ein. Da der aktuelle Kurs deutlich darunter liegt, bietet sich dem Management für weitere Käufe nun ein spürbarer Rabatt.
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