SAP Aktie: Christian Klein kauft für 325.219 Euro

SAP-Aktie erholt sich dank starkem Cloud-Auftragsbestand. Übernahmen belasten Prognose, Analysten uneins, Vorstand kauft Aktien.

Die Kernpunkte:
  • Cloud-Auftragsbestand wächst um 27 Prozent
  • Übernahmen Dremio und Prior Labs geplant
  • Vorstandschef Christian Klein kauft Aktien
  • Aktienrückkaufprogramm zweite Tranche gestartet

SAP-Aktien setzen ihre Erholung fort. Am heutigen Montag legt das Papier um 2,20 Prozent auf 162,90 Euro zu, nachdem es am Freitag bei 159,40 Euro geschlossen hatte. Binnen einer Woche summiert sich das Plus auf 8,31 Prozent. Grundlage der Bewegung sind die am 23. Juli veröffentlichten Ergebnisse für das zweite Quartal, die trotz einer gesenkten Gewinnprognose bei Anlegern gut ankamen.

Starker Cloud-Auftragsbestand überstrahlt Margendruck

Im Zentrum der positiven Reaktion steht der Current Cloud Backlog, der währungsbereinigt um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro stieg. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,89 Euro. Gleichzeitig senkte das Management den Ausblick für das bereinigte operative Ergebnis auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Als Grund nannte der Konzern Verwässerungseffekte durch die geplanten Übernahmen von Dremio und Prior Labs, die im Mai angekündigt wurden und deren Abschluss für das dritte Quartal vorbehaltlich behördlicher Freigaben erwartet wird. Beide Softwareunternehmen sollen in die „Business AI“-Plattform von SAP integriert werden. Der Markt bewertete das starke Auftragswachstum offenbar höher als die kurzfristige Belastung der Marge – auch wenn das Papier weiterhin 6,56 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt notiert und damit von einer vollständigen Trendwende noch entfernt ist.

Vorstandschef kauft, Analysten uneinig über Kursziel

Ein zusätzliches Vertrauenssignal setzte Vorstandschef Christian Klein: Er kaufte am 23. Juli SAP-Aktien im Wert von 325.219 Euro zu einem Durchschnittskurs von 133,60 Euro – deutlich unter dem aktuellen Niveau.

Bei den Analysten fällt das Bild gespalten aus. Jefferies-Analyst Charles Brennan bestätigte vergangene Woche seine Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 210 Euro und verwies auf den Cloud-Auftragsbestand, der die Erwartungen übertroffen habe. Die DZ Bank hingegen senkte ihr Kursziel im selben Zeitraum deutlich auf 120 Euro und äußerte sich kritisch zur kurzfristigen Margenentwicklung. Insgesamt reichen die Kursziele der Häuser derzeit von 120 bis 215 Euro, wobei die Mehrheit der Einschätzungen bei Kaufempfehlungen bleibt.

Aktionärsstruktur verändert sich, Rückkauf läuft weiter

Parallel zur operativen Entwicklung verschiebt sich die Eigentümerstruktur des Konzerns. Udo Tschira meldete nach einer Schwellenberührung am 20. Juli einen Stimmrechtsanteil von 4,19 Prozent, zuvor waren es 0,54 Prozent gewesen. Wenige Tage später zog Harald Tschira mit einer Erhöhung auf 4,22 Prozent nach, ausgehend von zuvor 0,57 Prozent. Beide Zunahmen gehen auf den Abschluss von Stimmbindungsverträgen zurück und deuten auf eine koordinierte Positionierung innerhalb der Aktionärsbasis hin.

Zusätzlich hält SAP an seiner Kapitalrückführung fest: Am 27. Juli startete die zweite Tranche des Aktienrückkaufprogramms mit einem Gesamtvolumen von bis zu 10 Milliarden Euro. Zwei Tage zuvor hatte der Konzern eine strategische Innovationspartnerschaft mit SIGNAL IDUNA bekanntgegeben, in der beide Seiten gemeinsam KI-Anwendungen für die Versicherungsbranche entwickeln wollen.

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Das operative Geschäft liefert mit dem Cloud-Backlog einen klaren Wachstumsimpuls, während die Integration der laufenden Übernahmen und die kurzfristige Margenentwicklung Unsicherheit bergen. Mit einem Abstand von 27,74 Prozent zum 52-Wochen-Tief bei 127,52 Euro, aber weiterhin 36,79 Prozent unter dem Hoch von 257,70 Euro aus dem August vergangenen Jahres, bleibt der Weg zurück zu alten Höchstständen weit.

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