SAP Aktie: Christian Klein steuert Project Fuji
SAP stoppt Neueinstellungen außerhalb von KI-Bereichen und kürzt Reisen. Die Aktie reagiert mit einem Plus von über zwei Prozent.

- Personaleinstellungen auf KI-Funktionen beschränkt
- Interne Reisen ohne KI-Bezug gestrichen
- Aktie erholt sich von 52-Wochen-Tief
- Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs
Der Softwarekonzern SAP zieht die Reißleine. Um massive Investitionen in künstliche Intelligenz zu stemmen, stellt das Unternehmen kaum noch neues Personal ein. Auch interne Reisen fallen dem Rotstift zum Opfer. An der Börse kommt diese harte Kostendisziplin gut an. Die Aktie kletterte am Montag um 2,28 Prozent auf 142,50 Euro.
Fokus auf das autonome Unternehmen
Ein internes Memo von vergangenem Mittwoch gibt die neue Richtung vor. SAP sucht ab sofort Personal ausschließlich für ausgewählte Kern-KI-Funktionen. Das Kalkül: Diese Bereiche gelten als entscheidend für den langfristigen Erfolg.
Parallel dazu strich das Management alle Reisen ohne direkten KI-Bezug. Diese Maßnahmen gelten seit Anfang Juli. Sie sollen finanzielle Spielräume für die teure Technologie-Strategie schaffen. CEO Christian Klein treibt seine Vision vom autonomen Unternehmen rigoros voran. Dafür übernimmt er im Rahmen von „Project Fuji“ die direkte Kontrolle über die Produktentwicklung.
Aktie erholt sich vom Jahrestief
Hinter der SAP-Aktie liegt eine schwere erste Jahreshälfte. Seit Januar verlor das Papier knapp 29 Prozent an Wert. Erst am 25. Juni markierte der Kurs bei 130,80 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Die aktuelle Erholung verschafft den Anlegern nun etwas Luft.
Institutionelle Investoren nutzen die günstigen Kurse offenbar zum Einstieg. Die Keybank National Association stockte ihre SAP-Position im ersten Quartal 2026 massiv auf. Laut Unterlagen der US-Börsenaufsicht wuchs der Anteil um gut 74 Prozent.
Neue Werkzeuge für den Datenzugriff
Die veränderte Ausrichtung zeigt sich bereits in der Software. Mit dem Q1-Release der SAP HANA Cloud testete der Konzern erste Funktionen für natürliche Sprache. Nutzer können damit komplexe Unternehmensdaten einfach abfragen.
Anfang Juli folgte der nächste Schritt für den sogenannten „Agentic Data Access“. Ein automatisiertes Tool generiert ab sofort Wissensgraphen aus Datenbank-Metadaten. Das erleichtert Kunden den Zugriff auf verschachtelte Datenstrukturen enorm.
Ausblick auf die Berichtssaison
Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm stützt den Kurs zusätzlich. Bis Ende 2027 fließen bis zu zehn Milliarden Euro in eigene Papiere. Die laufende Tranche endet planmäßig am 27. Juli 2026.
Wenige Tage vorher müssen die Walldorfer liefern. Am 23. Juli 2026 präsentiert SAP den Bericht für das zweite Quartal. Der Fokus der Märkte liegt dann auf dem Cloud-Auftragsbestand. Dieser erreichte im Vorquartal bereits knapp 22 Milliarden Euro.
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