SAP Aktie: Cloud-Auftragsbestand klettert auf 22,9 Milliarden

SAP schließt 19 Sicherheitslücken, darunter eine mit CVSS 10,0. Gleichzeitig wachsen Cloud-Aufträge und Erlöse, während die Aktie zulegt.

Die Kernpunkte:
  • Neunzehn neue Sicherheitsmeldungen veröffentlicht
  • Kritische Lücke erreicht CVSS 10,0
  • SAP-Aktie steigt um 1,9 Prozent
  • Cloud-Auftragsbestand wächst um 27 Prozent

SAP hat am Patch Day gestern gleich 19 neue Security Notes veröffentlicht – darunter eine Schwachstelle, die auf der Bedrohungsskala den maximalen Wert erreicht. Die Lücke mit der Kennung CVE-2026-44756 betrifft die Extended Passport Processing-Komponente und erhält einen CVSS-Score von 10,0, den höchsten überhaupt vergebenen Schweregrad.

Für Anleger ist das zunächst eine technische Meldung ohne unmittelbaren Kurseffekt. Dennoch zeigt die Häufung kritischer Patches, wie stark SAP-Software heute in Unternehmensinfrastrukturen verwoben ist – und wie hoch der Aufwand ist, sie abzusichern.

Neben der Extended-Passport-Lücke listet der Patch Day eine Schwachstelle im NetWeaver Message Server (CVE-2026-58240, CVSS 9,8) wegen fehlender Authentifizierung sowie eine Lücke im Cloud Application Programming Model (CVE-2026-76969, CVSS 9,4), über die Zugangsdaten offengelegt werden könnten. Betroffen sind zentrale Produktlinien: NetWeaver, S/4HANA, die Integration Suite und die Commerce Cloud.

Kurs erholt sich trotz Sicherheitsdebatte

Die Nachricht bremst die Aktie bislang nicht. SAP notiert aktuell bei 185,34 Euro und legt am heutigen Mittwoch um 1,9 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 181,92 Euro am Dienstag. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von 3,0 Prozent, seit Jahresbeginn bleibt jedoch ein Minus von 12 Prozent. Anleger scheinen die Sicherheitslücken als Routinegeschäft eines Softwarekonzerns dieser Größenordnung einzuordnen, nicht als strukturelles Risiko.

Das operative Geschäft liefert derzeit ohnehin stärkere Signale. Der Cloud-Auftragsbestand von SAP kletterte im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 26 Prozent. Die Clouderlöse wuchsen um 22 Prozent, die Erlöse der Cloud-ERP-Suite sogar um 25 Prozent.

Wegen der Übernahmen von Dremio und Prior Labs passte SAP im Sommer seine Prognose für den operativen Non-IFRS-Gewinn 2026 an: Der Konzern rechnet nun mit 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, belastet durch eine Verwässerung von mehr als 100 Millionen Euro aus den Zukäufen.

Kritik an KI-Tempo bremst Analystenstimmung

Ende August hatte die Schweizer Großbank UBS ihre Einstufung von „Kaufen“ auf „Neutral“ zurückgenommen, das Kursziel aber von 164 auf 201 Euro angehoben. Die Analysten bemängelten damals, SAP habe von den angepeilten rund 200 KI-Agenten bislang nur 17 sofort einsetzbare Anwendungen ausgeliefert, weitere 15 befänden sich noch in der Anlaufphase. Das Ziel, bis Jahresende auf die volle Zahl zu kommen, wirke ambitioniert.

Diese Einschätzung datiert bereits mehr als zwei Wochen zurück und spiegelt keine aktuelle Marktstimmung mehr wider. Seither hat sich der Kurs deutlich erholt und liegt inzwischen rund 13 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 164,33 Euro – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Aufwärtstrend an Substanz gewinnt. Vom 52-Wochen-Hoch aus Ende Oktober bleibt die Aktie mit 242,00 Euro allerdings weiterhin ein gutes Stück entfernt.

Auf operativer Seite treibt SAP sein Cloud-Geschäft parallel mit neuen Kunden voran: Der Elektronikkonzern HARTING kündigte Anfang September an, seine Cloud-Transformation mit RISE with SAP zu beschleunigen. Solche Referenzkunden untermauern die Wachstumsgeschichte im Cloud-Segment, die für die mittelfristige Kursentwicklung wichtiger sein dürfte als einzelne Sicherheitslücken.

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