SAP Aktie: Cloud-Auftragsbestand springt um 27 Prozent

SAP veröffentlicht 19 Sicherheitsmeldungen, während das Cloud-Geschäft wächst. Eine gesenkte Ergebnisprognose belastet den Ausblick.

Die Kernpunkte:
  • 19 neue SAP-Sicherheitsmeldungen veröffentlicht
  • Eine Lücke erreicht CVSS-Maximalwert 10,0
  • Cloud-Auftragsbestand steigt auf 22,9 Milliarden Euro
  • Ergebnisprognose für 2026 nach unten angepasst

SAP musste am heutigen Mittwoch 19 neue Sicherheitsmeldungen veröffentlichen, darunter eine Schwachstelle mit dem denkbar höchsten Schweregrad. Die Lücke mit der Kennung CVE-2026-44756 erreicht den maximalen CVSS-Wert von 10,0, drei weitere Schwachstellen liegen mit Werten zwischen 9,0 und 9,8 ebenfalls im kritischen Bereich.

Sicherheitsdienstleister rieten Unternehmen zu sofortigem Notfall-Patching, da Systeme mit derart hohen Bewertungen typischerweise ein erhebliches Angriffsrisiko tragen.

Für die Aktie bedeutet der Sicherheitsvorfall zunächst keine sichtbare Kursreaktion: Das Papier schloss am Dienstag mit 181,92 Euro nahezu unverändert, ein Minus von 0,3 Prozent. Anleger scheinen den wiederkehrenden Patch-Meldungen inzwischen mit einer gewissen Gelassenheit zu begegnen – SAP musste in den vergangenen Wochen bereits mehrfach kritische Lücken schließen.

Cloud-Geschäft wächst zweistellig

Die eigentliche fundamentale Nachricht der vergangenen Wochen liegt jedoch woanders: SAP hatte Ende Juli seine Quartalszahlen vorgelegt und dabei ein kräftiges Wachstum im Cloud-Geschäft gezeigt. Der Cloud-Auftragsbestand kletterte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 26 Prozent. Der Cloud-Umsatz legte um 22 Prozent zu, bei der Cloud-ERP-Suite waren es sogar 25 Prozent. Der Gesamtumsatz wuchs um 9 Prozent.

Getrübt wird das Bild durch die Profitabilität: SAP senkte seine Prognose für das operative Non-IFRS-Ergebnis 2026 auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro zu konstanten Währungen – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert von 10,42 Milliarden Euro um 13 bis 17 Prozent.

Grund ist ein Verwässerungseffekt durch die frisch abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs, der das Ergebnis mit mehr als 100 Millionen Euro belastet. Die Cloud-Umsatzprognose von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro bestätigte der Konzern hingegen unverändert.

KI-Strategie kostet Geld, soll aber Fundament legen

Die beiden Übernahmen zahlen auf SAPs KI-Ambitionen ein. Mit Dremio erhält der Konzern eine Data-Lakehouse-Plattform, die SAP- und Nicht-SAP-Daten für agentische KI-Anwendungen zusammenführen soll. Bei Prior Labs, einem Anbieter sogenannter Tabular Foundation Models, investiert SAP nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Euro über vier Jahre und führt die Einheit als eigenständige Frontier-AI-Sparte weiter.

Diese Investitionen erklären zumindest teilweise, warum die Profitabilitätsprognose gesenkt wurde, während das Cloud-Wachstum robust bleibt. Für Anleger stellt sich damit die Frage, ob SAP seine KI-Wette rechtzeitig in zahlende Kundschaft übersetzen kann.

Kritiker hatten zuletzt bemängelt, dass von den angestrebten rund 200 produktionsreifen KI-Agenten bis Jahresende bislang erst 17 tatsächlich ausgeliefert wurden – ein Rückstand, der Ende August auch bei einer Rating-Anpassung eine Rolle spielte.

Kurs bleibt unter Vorjahresniveau

Trotz der operativen Fortschritte notiert die Aktie deutlich unter ihren früheren Höchstständen. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 13 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 21 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres erreicht wurde, fehlen der Aktie derzeit 25 Prozent.

Gleichzeitig hat sich das Papier vom 52-Wochen-Tief bei 127,52 Euro bereits um 43 Prozent erholt. Der Titel notiert damit in einer Erholungsphase, die von den fundamentalen Cloud-Zahlen gestützt wird, während die verschärften Sicherheitsanforderungen und die gesenkte Ergebnisprognose als Belastungsfaktoren im Hintergrund bleiben.

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