SAP Aktie: Cloud Backlog auf 22,9 Milliarden Euro
SAP verzeichnet starkes Cloud-Wachstum, senkt aber den Ergebnisausblick wegen Übernahmen. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm soll den Kurs bis 2027 stützen.

- Cloud-Umsatz wächst um 22 Prozent
- Ergebnisausblick wegen Übernahmen gesenkt
- Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm aufgelegt
- Aktie erholt sich um 29 Prozent
SAP fährt derzeit zweigleisig: Auf der einen Seite treibt das Unternehmen seine Cloud-Transformation mit milliardenschweren Zukäufen voran, auf der anderen Seite stützt ein groß angelegtes Aktienrückkaufprogramm den Kurs. Der Softwarekonzern hat ein Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro für Rückkäufe aufgesetzt, das bis Ende 2027 laufen soll. Am Freitag schloss die Aktie bei 178,66 Euro, ein Plus von 3,46 Prozent gegenüber dem Vortag.
Cloud-Geschäft bleibt Wachstumsmotor
Grundlage für den positiven Kursverlauf sind die Ende Juli vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal 2026. Der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft, der sogenannte Current Cloud Backlog, legte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu. Die Clouderlöse wuchsen um 22 Prozent, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent. Besonders stark entwickelte sich die Cloud ERP Suite mit einem Plus von 25 Prozent beziehungsweise 27 Prozent währungsbereinigt. Der Gesamtumsatz stieg um 9 Prozent, währungsbereinigt um 11 Prozent, während das Betriebsergebnis nach IFRS um 8 Prozent und auf Non-IFRS-Basis um 7 Prozent zulegte.
Trotz der insgesamt robusten operativen Entwicklung senkte SAP den Ausblick für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026. Grund ist ein Verwässerungseffekt durch die Übernahmen von Dremio und Prior Labs, der sich auf mehr als 100 Millionen Euro summiert. Die Anpassung zeigt, dass die Integration der Zukäufe kurzfristig auf die Marge drückt, auch wenn sie strategisch das Portfolio erweitert.
Übernahmen stärken KI-Ausrichtung
Mit dem Kauf von Prior Labs, einem Freiburger Spezialisten für sogenannte Tabular Foundation Models, hat SAP Mitte Juli seine KI-Kompetenz ausgebaut. Der Konzern will in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro investieren, wobei Prior Labs als eigenständige Einheit mit eigenem Forschungsansatz und Open-Source-Strategie weiterarbeiten soll. Kurz zuvor hatte SAP die Übernahme von Dremio abgeschlossen, einer Data-Lakehouse-Plattform, die Kunden erlaubt, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Umgebungen für agentische KI-Anwendungen zusammenzuführen. Bereits im Mai war die Integration von Reltio, einem Anbieter für Master Data Management, unter Dach und Fach gebracht worden – auch dieser Zukauf zielt darauf ab, Unternehmensdaten für KI-Einsätze aufzubereiten.
Auf regulatorischer Seite gab es ebenfalls Bewegung: Die Europäische Kommission schloss ihre Überprüfung der Richtlinien für Wartung und Support von On-Premise-Lösungen ab. SAP begrüßte die Entscheidung, die für das On-Premise-Geschäft des Konzerns Planungssicherheit schafft.
Kursbild zeigt kräftige Erholung
Die jüngste Kursentwicklung spiegelt die positive Aufnahme der Nachrichtenlage wider. Innerhalb von 30 Tagen legte die Aktie um 29,31 Prozent zu, bleibt aber mit einem Abstand von 30,67 Prozent noch deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 257,70 Euro vom 7. August 2025. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 14,72 Prozent, was die Tiefe der vorangegangenen Korrektur verdeutlicht.
Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Analysten erwarten laut Konsensschätzungen einen Gewinn pro Aktie zwischen 1,83 und 1,87 Euro sowie einen Umsatz von 10,09 bis 10,19 Milliarden Euro. Ob sich die Cloud-Dynamik der vergangenen Quartale fortsetzt und der Verwässerungseffekt aus den jüngsten Übernahmen wie geplant abklingt, dürfte dann zeigen, ob das Rückkaufprogramm allein als Kursstütze ausreicht oder das operative Geschäft die tragende Rolle übernimmt.
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