SAP Aktie: Cloud-Backlog auf 22,9 Milliarden Euro
SAP verzeichnet starkes Cloud-Wachstum, senkt aber den Jahresausblick. Analysten bleiben überwiegend positiv, während Insider Aktien kaufen.

- Cloud-Auftragsbestand übertrifft Erwartungen
- Gewinnprognose für 2026 leicht reduziert
- Mehrheit der Analysten bleibt konstruktiv
- Vorstandschef Klein kauft eigene Aktien
SAP hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal ein zwiespältiges Bild abgeliefert. Der Cloud-Auftragsbestand legte währungsbereinigt um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu – deutlich mehr, als viele Beobachter erwartet hatten. Gleichzeitig senkte der Konzern seine Gewinnprognose für das laufende Jahr leicht ab. Die Softwareaktie musste diesen Spagat zwischen Wachstumsstärke und Kostendruck seither an der Börse verarbeiten.
Cloud-Geschäft wächst, Marge gerät unter Druck
Am 23. Juli legte SAP die Quartalszahlen vor: Der Cloud-Umsatz stieg um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, das Non-IFRS-Betriebsergebnis wuchs um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr passte der Vorstand die Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro an, zuvor lag das Ziel bei 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro. Als Grund nannte das Unternehmen Verwässerungseffekte durch jüngste Akquisitionen. Für Anleger bedeutet das: Das operative Kerngeschäft wächst robust, doch Zukäufe und Integrationskosten belasten kurzfristig die Ertragsseite.
Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich
Die Reaktionen der Investmenthäuser fielen unterschiedlich aus, blieben aber im Kern konstruktiv. Jefferies-Analyst Charles Brennan bestätigte am 28. Juli die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 210 Euro und verwies dabei auf den über den Erwartungen liegenden Cloud-Auftragsbestand. Berenberg-Analyst Nay Soe Naing senkte am 27. Juli sein Kursziel von 215 auf 205 Euro, hielt aber an der Kaufempfehlung fest – höhere Kostenannahmen trotz starkem Cloud-Wachstum waren der Grund für die Anpassung.
Auch Goldman Sachs beließ SAP am 27. Juli auf der „Conviction Buy List“ mit einem Kursziel von 215 Euro, und die Deutsche Bank bestätigte am 24. Juli ihr „Buy“-Rating bei einem Kursziel von 200 Euro. Kritischer äußerte sich JPMorgan-Analyst Toby Ogg, der am 27. Juli bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro blieb und den Margenrückgang im zweiten Quartal bemängelte. Die Kursziele der optimistischeren Häuser liegen damit spürbar über dem aktuellen Kursniveau von 165,34 Euro.
Insider und Großaktionäre positionieren sich
Bemerkenswert ist auch das Verhalten zentraler Akteure rund um den Konzern. Vorstandschef Christian Klein kaufte am 23. Juli eigene Aktien im Wert von 325.219 Euro zu einem Durchschnittskurs von 133,60 Euro – ein Signal, das er zu einem Zeitpunkt setzte, als die Aktie deutlich tiefer notierte als heute. Parallel meldeten die Großaktionäre Udo und Harald Tschira am 21. Juli eine Erhöhung ihrer Stimmrechtsanteile auf jeweils rund 4,2 Prozent, zuvor lagen sie bei etwa 0,5 Prozent. Grundlage waren neu abgeschlossene Stimmbindungsverträge innerhalb der Familie, die eine engere Abstimmung der Anteilseigner ermöglichen.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter altem Hoch
An der Börse hat sich die SAP-Aktie seit dem Tiefpunkt spürbar erholt: Innerhalb von 30 Tagen legte das Papier um 17,56 Prozent zu. Vom 52-Wochen-Hoch bei 257,70 Euro, aufgestellt am 7. August 2025, trennen die Aktie aktuell dennoch noch 35,84 Prozent. Die Erholung zeigt, dass der Markt das Cloud-Wachstum stärker gewichtet als die moderate Prognosesenkung – ein vollständiger Rücksprung auf alte Höchststände ist damit aber noch nicht erreicht.
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