SAP Aktie: Cloud-Backlog auf 22,93 Milliarden Euro
SAP überzeugt mit Rekordwerten im Cloud-Bereich und treibt den Aktienkurs. Trotz gesenkter Gewinnprognose setzen Anleger auf KI-Investitionen.

- Cloud-Auftragsbestand auf Rekordniveau
- Aktie erholt sich von 52-Wochen-Tief
- Gewinnprognose leicht nach unten korrigiert
- KI-Übernahmen als strategischer Schritt
SAP legt Quartalszahlen vor. Die Aktie schießt um über 9 Prozent nach oben. Der Grund liegt im Cloud-Geschäft, das deutlich stärker wächst als erwartet.
Der Kurs schließt am Freitag bei 140,80 Euro. Damit setzt sich das Papier klar von seinem 52-Wochen-Tief ab, das erst am Donnerstag bei 127,52 Euro markiert wurde. Seit Jahresbeginn bleibt die Aktie dennoch mit einem Minus von 32,42 Prozent belastet.
Cloud-Auftragsbestand erreicht Rekordwert
Der Impuls für die Rally kommt aus dem Kerngeschäft. Der Current Cloud Backlog – also vertraglich gesicherte Cloud-Umsätze für die kommenden zwölf Monate – steigt im zweiten Quartal um 27 Prozent auf einen Rekordwert von 22,93 Milliarden Euro. Das Wachstum beschleunigt sich damit gegenüber dem ersten Quartal.
Auch die laufenden Cloud-Umsätze legen kräftig zu. Sie wachsen währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro. Die Cloud-ERP-Suite treibt das Wachstum besonders an: Ihre Erlöse klettern um 27 Prozent auf 5,53 Milliarden Euro und machen damit 88 Prozent des gesamten Cloud-Umsatzes aus.
Übernahmen bremsen die Gewinnprognose
Trotz der starken Zahlen senkt SAP den Ausblick für das operative Ergebnis leicht. Das Unternehmen erwartet nun ein währungsbereinigtes Wachstum von 13 bis 17 Prozent, zuvor waren es 14 bis 18 Prozent. Grund sind Verwässerungseffekte durch die jüngst abgeschlossenen Übernahmen der KI-Spezialisten Dremio und Prior Labs.
Anleger lassen sich davon nicht beirren. Sie werten die Investitionen in die Business AI Platform und neue KI-Softwarelösungen als notwendigen Schritt für die Marktführerschaft. SAP-Chef Christian Klein betont, dass KI-Lösungen mittlerweile in über 90 Prozent der 50 größten Abschlüsse des Quartals stecken.
Was die Erholung stützt
Der RSI liegt aktuell bei 52,5 und damit im neutralen Bereich. Die Aktie gilt nach der Rally weder als überkauft noch als überverkauft – Spielraum nach oben bleibt also vorhanden.
Zusätzlichen Halt gibt das laufende Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro, das bis Ende 2027 läuft. Ob SAP die Dynamik im Auftragsbestand tatsächlich in nachhaltiges Gewinnwachstum umsetzen kann, hängt vor allem davon ab, wie schnell sich die Integrationskosten der neuen KI-Einheiten durch Skaleneffekte im Cloud-Geschäft ausgleichen lassen.
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