SAP Aktie: Cloud Backlog springt auf 22,9 Milliarden
Starker Cloud-Auftragsbestand lässt SAP-Aktie um 3,6 Prozent steigen. Analysten bewerten Zukäufe und Gewinnprognose unterschiedlich.

- Cloud-Auftragsbestand steigt um 27 Prozent
- Aktie erholt sich von Jahrestief
- Zukäufe belasten operative Gewinnprognose
- Analysten uneins über Kursentwicklung
SAP macht am Montag einen großen Sprung nach oben. Die Aktie klettert um 3,59 Prozent auf 145,86 Euro. Erst am vergangenen Donnerstag war der Titel mit 127,52 Euro auf ein neues Jahrestief gefallen. Jetzt schöpfen Anleger neue Hoffnung – der Grund liegt im Auftragsbuch der Cloud-Sparte.
Cloud-Auftragsbestand wächst schneller als erwartet
Im Zentrum der Zahlen für das zweite Quartal 2026 steht der „Current Cloud Backlog“. Diese Kennzahl zeigt, wie viel Cloud-Umsatz SAP aus bestehenden Verträgen in den nächsten zwölf Monaten erwartet. Sie stieg im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Das Wachstum beschleunigte sich damit spürbar gegenüber dem ersten Quartal.
Auch der laufende Cloud-Umsatz legte kräftig zu. Er kletterte um 22 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro, währungsbereinigt sogar um 24 Prozent. Der Gesamtumsatz des Walldorfer Konzerns wuchs um 9 Prozent auf rund 9,9 Milliarden Euro. Die SAP Cloud ERP Suite trieb dieses Wachstum maßgeblich an.
Diese Zahlen zeigen: Der Umbau zum Abo-Modell trägt Früchte. Kunden binden sich langfristig an SAP-Software statt einmalig zu kaufen.
Zwei Zukäufe bremsen die Gewinnprognose
Die Profitabilität sorgte dagegen für gemischte Reaktionen. SAP meldete ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,59 Euro. Der Vorstand senkte zugleich die Prognose für das operative Ergebnis im Gesamtjahr leicht.
Der Grund: zwei Übernahmen, die SAP im Juli abgeschlossen hat. Die Integration des KI-Spezialisten Prior Labs ist seit Mitte Juli fix. SAP will hier über die nächsten vier Jahre mehr als eine Milliarde Euro investieren. Die Data-Lakehouse-Plattform Dremio kam Anfang Juli hinzu.
Wegen dieser Zukäufe und der damit verbundenen Integrationskosten rechnet das Management nun mit einem währungsbereinigten Wachstum des operativen Ergebnisses zwischen 13 und 17 Prozent. Das liegt unter der vorherigen Zielspanne.
Deutsche Bank optimistisch, DZ Bank skeptisch
Die Analysten sind sich uneins. Die Deutsche Bank bekräftigte ihre Kaufempfehlung und ein Kursziel von 200 Euro. Sie lobte das starke Momentum im Cloud-Geschäft.
Die DZ Bank sieht das anders. Sie senkte ihren fairen Wert auf 120 Euro und blieb bei ihrer Verkaufsempfehlung. Ihre Kritik: Die Zukäufe drücken die Marge, und das laufende Transformationsprogramm kostet viel Geld.
Charttechnik bleibt angespannt
Trotz des heutigen Kurssprungs bleibt die technische Lage schwierig. Die Aktie notiert weiterhin rund 43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 254,15 Euro aus dem Juli 2025. Der Relative-Stärke-Index steht bei 57,6 Punkten – kein Anzeichen für einen überkauften Zustand. Das lässt der aktuellen Gegenbewegung technisch noch Raum nach oben.
Ob daraus mehr wird als eine kurzfristige Erholung, entscheidet sich an den kommenden Handelstagen. Hält sich der Kurs über der Marke von 143,93 Euro, dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, bleibt die Aufwärtsbewegung intakt.
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