SAP Aktie: Cloud-Backlog wächst um 27 Prozent
Starke Cloud-Zahlen treiben SAP-Aktie auf 165 Euro, obwohl der Konzern seine operative Prognose für 2026 senkt. Analysten bleiben gespalten.

- Cloud-Backlog erreicht Rekordwert
- Prognose für 2026 gesenkt
- Analystenziele zwischen 120 und 273 Euro
- 200-Tage-Linie als nächste Hürde
Die SAP-Aktie hat am Montag einen weiteren Erholungsschritt hingelegt und schloss bei 165,00 Euro, ein Plus von 3,59 Prozent. Getragen wurde die Bewegung von starken Cloud-Zahlen aus dem zweiten Quartal, die den Konzern trotz einer gesenkten Jahresprognose ins Rampenlicht rückten. Der Kurssprung fiel in einen insgesamt freundlichen Handelstag: Der DAX kletterte am Montag erstmals über die Marke von 26.000 Punkten, unter anderem gestützt von SAP und der Deutschen Telekom.
Cloud-Backlog wächst zweistellig, Prognose sinkt dennoch
Im zweiten Quartal steigerte SAP den Cloud-Umsatz um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel der Zuwachs beim Cloud-Backlog aus, das um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro anwuchs und damit einen Rekordwert markierte. Diese Auftragsreserve gilt als Indikator für künftige Umsätze und dürfte Anleger vor allem deshalb überzeugt haben, weil sie die Nachfrage nach SAPs Cloud-Angeboten über das laufende Geschäftsjahr hinaus untermauert.
Gleichzeitig senkte der Konzern seine Prognose für das operative Ergebnis 2026 auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Dass die Aktie trotz dieser Korrektur weiter zulegte, deutet darauf hin, dass Anleger dem Cloud-Momentum aktuell mehr Gewicht beimessen als der kurzfristigen Ergebnisbelastung. Auf Basis der Konsensschätzungen wird SAP für 2026 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 22 gehandelt, für 2027 sinkt die Bewertung auf etwa 19,4. Auch beim Verhältnis von Unternehmenswert zu operativem Gewinn zeigt sich der erwartete Rückgang: von 14 im laufenden Jahr auf 12 im kommenden.
Analysten zwischen Skepsis und Zuversicht
Die Einschätzungen der Analystenhäuser zur SAP-Aktie fallen ungewöhnlich weit auseinander. Goldman Sachs senkte sein Kursziel zwar von 230 auf 215 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung – ein Hinweis darauf, dass die Bank die operative Delle als vorübergehend einstuft. Am optimistischen Ende der Skala steht Bernstein mit einem Kursziel von 273 Euro, was gegenüber dem aktuellen Kursniveau noch erhebliches Potenzial signalisieren würde. Die Bandbreite der übrigen Kursziele reicht bis hinunter auf 120 Euro und zeigt, wie unterschiedlich die Wachstumsaussichten von SAP derzeit bewertet werden.
Für Einkommensorientierte bleibt SAP vorerst kein Ertragswert im klassischen Sinn: Die Dividendenrendite liegt für 2026 bei schätzungsweise 1,7 Prozent und für 2027 bei 1,9 Prozent, während die Cashflow-Rendite von 5,6 auf 6,5 Prozent steigen soll. Diese Kennzahlen unterstreichen, dass der Investment Case bei SAP weiterhin primär über das Wachstumsprofil des Cloud-Geschäfts läuft, nicht über die Ausschüttungspolitik.
Charttechnisch rückt die 200-Tage-Linie in den Fokus
Nach der jüngsten Kurserholung steht die Aktie nun vor einer wichtigen technischen Hürde: dem 200-Tage-Durchschnitt bei 174,35 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke würde nach Einschätzung von Chartbeobachtern eine erste Bestätigung für eine übergeordnete Trendwende liefern. Aktuell notiert die Aktie noch unterhalb dieser Linie, was zeigt, dass der mittelfristige Abwärtstrend charttechnisch formal noch nicht gebrochen ist, auch wenn sich das kurzfristige Bild deutlich aufgehellt hat.
Der Blick auf die vergangenen 30 Handelstage zeigt bereits ein Kursplus von 17,32 Prozent – ein Tempo, das die zuletzt schwierige Phase des Papiers zumindest vorübergehend vergessen macht. Ob daraus eine dauerhafte Erholung wird, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob SAP das starke Cloud-Momentum aus dem zweiten Quartal in den kommenden Berichtsperioden bestätigen kann.
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