SAP Aktie: Cloud-Erlöse springen 24 Prozent

SAP verzeichnet deutlichen Kursanstieg dank starker Cloud-Erlöse und gemischter Analystenreaktionen auf die Quartalszahlen.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von über 20 Prozent in einer Woche
  • Cloud-Umsatz steigt währungsbereinigt um 24 Prozent
  • Analysten uneins über operative Kostenentwicklung
  • Nächster Quartalsbericht für Oktober 2026 angekündigt

SAP hat in den vergangenen Handelstagen einen kräftigen Kurssprung hingelegt. Der Softwarekonzern schloss gestern bei 157,50 Euro, ein Plus von 4,72 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht sogar ein Zuwachs von 20,67 Prozent zu Buche. Getragen wird die Bewegung von den Quartalszahlen, die SAP am Donnerstag vergangener Woche vorgelegt hatte, sowie von einer Serie neuer Analystenkommentare. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Sommer 2025 bleibt das Papier dennoch 39,10 Prozent entfernt – die Erholung ist beachtlich, den Verlust des zurückliegenden Jahres hat sie aber noch nicht ausgeglichen.

Cloud-Wachstum treibt Ergebnis

Auslöser der Rally sind die am 23. Juli veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. SAP steigerte den Umsatz um 9,4 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Die Cloud-Erlöse legten währungsbereinigt um 24 Prozent zu und bleiben damit der zentrale Wachstumstreiber des Konzerns. Das IFRS-Ergebnis je Aktie kletterte von 1,46 Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,89 Euro. Die Zahlen bestätigen, dass die Cloud-Transformation operativ Fahrt aufnimmt, auch wenn einzelne Analysten anmerken, dass das operative Ergebnis unterhalb der Erwartungen blieb.

Parallel zu den Quartalszahlen hat SAP im Juli zwei Übernahmen abgeschlossen: Die US-Plattform Dremio für Data-Lakehouse-Technologie und das Freiburger KI-Startup Prior Labs sollen die „Business AI“-Fähigkeiten des Konzerns stärken. Beide Zukäufe fügen sich in die Strategie, Cloud- und KI-Angebote enger zu verzahnen. Im Mai hatte SAP zudem eine Euro-Anleihe über 3,5 Milliarden Euro platziert, mit der Refinanzierung und allgemeine Unternehmenszwecke abgedeckt werden sollen – ein Signal für die weiterhin komfortable Finanzierungsbasis des Konzerns.

Analysten uneins über die Kostenseite

Die Reaktionen der Investmentbanken auf die Zahlen fallen gemischt aus. Barclays bestätigte gestern die Einstufung „Overweight“, senkte das Kursziel jedoch von 255 auf 220 Euro. Begründet wird der Schritt mit kurzfristigen Unsicherheiten bei der Kostenentwicklung des Konzerns. Deutlich kritischer positioniert sich JPMorgan: Die Bank beließ die Einstufung am Freitag bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro und bemängelte das schwächere operative Ergebnis trotz des starken Cloud-Wachstums.

Andere Häuser zeigen sich zuversichtlicher. Goldman Sachs senkte das Kursziel am Montag zwar von 230 auf 215 Euro, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Deutsche Bank bestätigte am Freitag ihre Kaufeinstufung mit einem Kursziel von 200 Euro nach Analyse der Quartalszahlen. Jefferies und UBS äußerten sich gestern ebenfalls positiv: Jefferies verwies auf das kräftige Auftragsgeschäft im zweiten Quartal, UBS auf die hohe Qualität des Cloud-Backlogs. In der Breite reicht die Kurszielspanne der jüngsten Einschätzungen damit von 175 bis 220 Euro, wobei die Mehrheit der Häuser bei einer Kaufempfehlung bleibt – trotz der teils spürbaren Zielkürzungen.

Charttechnisch überhitzt, fundamental im Umbruch

Der jüngste Kursanstieg hat die Aktie technisch weit von ihren gleitenden Durchschnitten entfernt. Der 14-Tage-RSI von 66,3 signalisiert eine zumindest kurzfristig überkaufte Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 48,71 Prozent auf erhöhte Schwankungsbreite hindeutet. Anleger sollten das nach der jüngsten Zahlenwelle einordnen: Der Kurssprung basiert auf soliden operativen Daten, doch die Diskrepanz zwischen Kurszielen von 175 und 220 Euro zeigt, wie unterschiedlich die Kostenentwicklung bei SAP derzeit bewertet wird.

Randnotiz für Anleger, die Insidertransaktionen verfolgen: Mitte Juni hatten mehrere Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat Aktienpakete zu Kursen um 146,17 Euro veräußert, überwiegend zur Begleichung von Steuerpflichten aus dem Mitarbeiterbeteiligungsprogramm „MOVE SAP“ – ein prozeduraler Vorgang ohne direkten Bezug zur aktuellen Kursbewegung.

Der nächste wichtige Termin steht bereits fest: Am 21. Oktober 2026 veröffentlicht SAP die Zahlen zum dritten Quartal. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob der Konzern die Kostenfrage, auf die sich die skeptischeren Analysten beziehen, in den Griff bekommt – und ob das kräftige Cloud-Wachstum die Wachstumsstory nachhaltig trägt.

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