SAP Aktie: Cloud-Umsatz springt 24 Prozent

SAP verzeichnet starkes Cloud-Geschäft, senkt aber die operative Prognose. Analysten bewerten die Aktie nach den jüngsten Zukäufen unterschiedlich.

Die Kernpunkte:
  • Cloud-Umsatz steigt um 24 Prozent
  • Prognose für operatives Ergebnis gesenkt
  • Aktienrückkaufprogramm startet zweite Tranche
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

Nach kräftigen Kursgewinnen in der vergangenen Woche hat die SAP-Aktie am Donnerstag einen Dämpfer erlitten: Das Papier schloss mit einem Minus von 3,34 Prozent bei 157,30 Euro. Der Rücksetzer relativiert die vorangegangene Erholung, hebt sie aber nicht auf. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 127,52 Euro, das die Aktie am 23. Juli markierte, notiert SAP weiterhin 23,35 Prozent höher. Auslöser der Bewegung war die Bilanz zum zweiten Quartal, die den Konzern zurück ins Anlegerinteresse rückte.

Cloud-Geschäft treibt die Zahlen

SAP veröffentlichte am 23. Juli die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. Der Cloud-Umsatz kletterte währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel das Wachstum beim Auftragsbestand aus: Der Current Cloud Backlog legte um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu und liefert damit einen Ausblick auf künftige Umsätze. Das IFRS-Ergebnis je Aktie stieg auf 1,89 Euro, nach 1,46 Euro im Vorjahresquartal. Gleichzeitig passte der Konzern die Prognose für das operative Ergebnis auf Non-IFRS-Basis für das Gesamtjahr 2026 leicht nach unten an, auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro statt zuvor bis zu 12,3 Milliarden Euro. Als Grund nannte SAP Verwässerungseffekte aus jüngsten Zukäufen.

Zu diesen Zukäufen zählen die US-Datenplattform Dremio und das KI-Start-up Prior Labs, deren Übernahmen SAP am 17. Juli abschloss. Beide Deals sollen die „Business AI“-Strategie des Konzerns stärken und untermauern den Anspruch, Künstliche Intelligenz tiefer in die eigenen Cloud-Produkte zu integrieren. Dass solche Zukäufe kurzfristig auf die Marge drücken, während sie strategisch das Cloud-Wachstum absichern sollen, ist der Preis, den SAP für die Skalierung seines Geschäfts derzeit zahlt.

Rückkauf und Insiderkauf als Vertrauenssignal

Parallel zu den Zahlen setzte SAP ein Kapitalmarktsignal: Am 27. Juli startete die zweite Tranche des zehn Milliarden Euro schweren Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro. Die Abwicklung soll bis spätestens Januar 2027 abgeschlossen sein. Bereits am 24. Juli hatte Vorstandsvorsitzender Christian Klein selbst zugegriffen und 2.052 SAP-Aktien zu einem Durchschnittskurs von 158,49 Euro erworben, ein Volumen von rund 325.000 Euro. Solche Insiderkäufe direkt nach einer Kurs-Talsohle werden am Markt meist als Vertrauensbeweis in die eigene Geschäftsentwicklung gelesen.

Auch auf Ebene der Gründerfamilie gab es Bewegung: Udo Tschira und Harald Tschira meldeten am 21. Juli eine Bündelung ihrer Stimmrechtsanteile über neue Stimmbindungsverträge. Dadurch stiegen ihre jeweiligen Anteile auf 4,19 beziehungsweise 4,22 Prozent. Eine solche Konzentration der Stimmrechte kann die Einflussnahme der Gründerfamilie auf strategische Entscheidungen des Konzerns langfristig stärken.

Analysten uneins über die Bewertung

Die jüngsten Einschätzungen der Analysten fallen unterschiedlich aus. Rob Hales von Morningstar bestätigte am 20. Juli seine Fair-Value-Schätzung von 265,00 Euro und verwies auf das robuste Cloud-Wachstum trotz eines schwierigen makroökonomischen Umfelds. Michael Briest von UBS senkte dagegen tags zuvor, am 19. Juli, sein Kursziel deutlich von 205,00 auf 164,00 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Die Spanne zwischen beiden Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich das Wachstum im Cloud-Geschäft gegen die kurzfristigen Margeneffekte der jüngsten Übernahmen abgewogen wird.

Mit einem RSI von 62,9 und einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 49,49 Prozent bleibt die Aktie technisch angespannt, auch wenn sie sich mit einem Abstand von 8,98 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt bewegt. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand dagegen weiterhin 10,15 Prozent nach unten – ein Hinweis darauf, dass die Erholung der vergangenen Tage den langfristigen Abwärtstrend noch nicht durchbrochen hat. Der nächste wichtige Termin für Anleger folgt am 21. Oktober, wenn SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt.

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