SAP Aktie: Cloud-Wachstum von 22 Prozent im Test
SAP veröffentlicht Q2-Zahlen bei schwachem Kurs. Analysten erwarten Cloud-Wachstum und blicken auf milliardenschwere KI-Zukäufe.

- Cloud-Umsatzprognose von 6,26 Milliarden Euro
- Übernahmen von Prior Labs und Dremio
- Kartellverfahren der EU eingestellt
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief notiert
Der Freiburger Softwarekonzern SAP veröffentlicht am heutigen Donnerstag nach US-Börsenschluss, geplant für 22:05 Uhr MESZ, die Geschäftszahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. Der Analystenkonsens rechnet mit einem Gesamtumsatz von 9,85 Milliarden Euro und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,75 Euro. Beim Cloud-Geschäft, dem zentralen Wachstumstreiber des Konzerns, wird ein Plus von rund 22 Prozent auf 6,26 Milliarden Euro erwartet.
Die Aktie notiert vorbörslich bei 132,14 Euro und damit 1,04 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs von 130,78 Euro. Der Titel bewegt sich damit nur wenige Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 129,70 Euro, das erst am 22. Juli 2026 markiert wurde. Zum bisherigen Jahreshoch aus dem Sommer 2025 klafft dagegen eine Lücke von rund der Hälfte des damaligen Kurses. Der Zahlenabend gilt entsprechend als Weichenstellung für die weitere Richtung.
KI-Zukäufe sollen Wachstumsstory untermauern
Parallel zur Berichtssaison hat SAP in den vergangenen Wochen seine Position im Bereich künstliche Intelligenz massiv ausgebaut. Mitte Juli schloss der Konzern die Übernahme des Freiburger KI-Startups Prior Labs ab. Über die kommenden vier Jahre will SAP mehr als eine Milliarde Euro investieren, um die Einheit zu einem Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten auszubauen. Bereits Anfang Juli hatte SAP die Akquisition der Data-Lakehouse-Plattform Dremio finalisiert, die Fähigkeiten im Bereich der sogenannten agentischen KI erweitern soll, indem sie Daten von Drittanbietern integriert. Beide Zukäufe reihen sich in eine längere Reihe von Übernahmen ein, zu der 2024 bereits der Kauf der Digital-Adoption-Plattform WalkMe für einen Eigenkapitalwert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar gehörte.
Finanziell abgesichert hat sich SAP im späten Mai mit der Platzierung einer Euro-Anleihe im Volumen von 3,5 Milliarden Euro, die zur Refinanzierung und für allgemeine Unternehmenszwecke dient.
Kartellverfahren beendet, Aufsichtsrat neu besetzt
Regulatorisch verschaffte sich SAP Anfang Juli Erleichterung: Die Europäische Kommission stellte ihr Kartellverfahren zu den Wartungs- und Supportrichtlinien für On-Premise-Lösungen ein. SAP entging damit einer Geldbuße, verpflichtete sich im Gegenzug aber für zehn Jahre zu Zusagen, die Kunden den Wechsel zwischen Wartungsmodellen erleichtern sollen.
Auch personell hat sich beim Konzern zuletzt einiges bewegt. Die Hauptversammlung Anfang Mai wählte den ehemaligen Telekom-Chef René Obermann mit über 99 Prozent Zustimmung in den Aufsichtsrat. Pekka Ala-Pietilä übernahm den Vorsitz des Gremiums und löste damit Hasso Plattner ab.
Zudem meldete Udo Tschira aus der Gründerfamilie kürzlich das Überschreiten der Drei-Prozent-Schwelle bei den Stimmrechten. Durch den Abschluss neuer Stimmbindungsverträge innerhalb der Familie hält er nun 4,19 Prozent der Stimmrechte an SAP SE, wie aus einer Mitteilung gemäß Wertpapierhandelsgesetz hervorgeht.
Analysten und Kursverlauf
UBS bestätigte Mitte Juli die Einstufung „Buy“ für die SAP-Aktie. Die Bewertung fällt in eine Phase, in der der Kurs unter deutlichem Druck steht: Seit Jahresbeginn verlor die Aktie 36,58 Prozent, auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Minus auf 46,87 Prozent. Auch die technische Verfassung bleibt angeschlagen – der Kurs notiert 8,34 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als ein Viertel unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Bereits Ende Januar hatten CFO Dominik Asam und Vorstandsmitglied Sebastian Steinhäuser Aktien im Wert von rund 1,0 Millionen beziehungsweise 349.486 Euro zu Kursen von 169,20 Euro respektive 174,00 Euro erworben – zu einem Zeitpunkt, als der Kurs noch deutlich höher stand als heute.
Mit dem Zahlenwerk am Abend entscheidet sich, ob die milliardenschweren KI-Investitionen und die regulatorische Entlastung ausreichen, um dem seit Monaten unter Druck stehenden Kurs neue Impulse zu geben, oder ob die Nähe zum Jahrestief Bestand hat.
SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 23. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




