SAP Aktie: CVE-2026-44756 erreicht CVSS 10,0

SAP kündigt 400 KI-Agenten für September an, gewinnt zwei Kunden und veröffentlicht 19 Security Notes mit vier kritischen Schwachstellen.

Die Kernpunkte:
  • 400 KI-Agenten für September vorgesehen
  • Tirlán und HARTING als Neukunden
  • Vier kritische Sicherheitslücken veröffentlicht
  • SAP-Aktie seit Jahresbeginn 16 Prozent schwächer

SAP treibt seine KI-Strategie voran und meldet gleichzeitig neue Kundenerfolge – während der monatliche Sicherheitspatchday erneut kritische Lücken offenlegt. Die Aktie notiert am Freitag bei 175,38 Euro, ein Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag.

Auftritt bei Goldman Sachs: 400 KI-Agenten im September

Auf der Communacopia + Technology Conference von Goldman Sachs stellte SAP am Dienstag seine KI-Pläne in den Vordergrund. Laut Konferenztranskript will der Konzern im September 400 Agenten starten, im Herbst sollen weitere folgen.

Der Vorstoß fügt sich in eine Reihe von Ankündigungen, mit denen SAP seine Position im Wettbewerb um KI-gestützte Geschäftsprozesse untermauern will. Konkrete Details zu den Einsatzfeldern der Agenten oder zu Umsatzeffekten nannte das Unternehmen nicht.

Parallel zur KI-Offensive vermeldete SAP zwei Geschäftserfolge. Der milchverarbeitende Konzern Tirlán bereitet laut Unternehmensangaben eine unabhängige SAP-Landschaft für weiteres Wachstum vor. Zudem gewann SAP die HARTING Technology Group als Kunden für eine langfristige RISE-with-SAP-Vereinbarung. Solche Vertragsabschlüsse gelten als Beleg dafür, dass Industriekunden weiterhin auf die Cloud-Transformation des Konzerns setzen.

Patchday mit vier kritischen Schwachstellen

Am Dienstag veröffentlichte SAP zum monatlichen Sicherheitspatchday 19 neue Security Notes sowie eine Aktualisierung. Darunter befinden sich vier kritische Schwachstellen.

Besonders schwer wiegt CVE-2026-44756 mit dem maximalen CVSS-Wert von 10,0 in der SAP Extended Passport Processing. Eine weitere Lücke, CVE-2026-58240, erreicht mit einem CVSS-Wert von 9,8 im NetWeaver Message Server ebenfalls kritisches Niveau.

Medienberichten zufolge adressierte SAP im September insgesamt 20 Schwachstellen. Zusätzlich zu den offiziell genannten Punkten heben die Berichte eine kritische Credential-Disclosure in der CAP-Bibliothek sap/cds-mtxs sowie eine kritische Schwachstelle in SAP GUI for Java hervor.

Weitere High- und HotNews-Einträge betreffen Cloud- und NetWeaver-Komponenten, darunter SAP Commerce Cloud und die Integration Suite. Für Kunden mit umfangreichen SAP-Landschaften bedeutet das erneut erhöhten Handlungsdruck bei der Patch-Verwaltung.

Kursbild bleibt angeschlagen

Trotz der operativen Fortschritte bleibt der Kursverlauf schwach. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 16 Prozent im Minus, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 20 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro, erreicht im Oktober 2025, beträgt der Abstand 28 Prozent.

Anleger bewerten damit die wiederkehrenden Sicherheitsmeldungen offenbar stärker als einzelne Vertragsabschlüsse oder KI-Ankündigungen – ein Muster, das sich am Patchday im September erneut zeigt.

UBS bestätigte am Dienstag ihre neutrale Einstufung für SAP und setzte das Kursziel auf 201 Euro. Die Einschätzung liegt damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau, spiegelt aber auch die Zurückhaltung wider, mit der Analysten die derzeitige Gemengelage aus Wachstumschancen und wiederkehrenden Sicherheitsrisiken bewerten.

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