SAP Aktie: CVSS-10-Lücke veröffentlicht
SAP adressiert 19 neue Sicherheitslücken, investiert in KI-Zukäufe und steigert den Cloud-Auftragsbestand im zweiten Quartal um 27 Prozent.

- Kritische Schwachstelle mit CVSS 10,0
- 19 neue Sicherheitsmeldungen veröffentlicht
- KI-Zukäufe stärken SAPs Plattformstrategie
- Cloud-Auftragsbestand wächst auf 22,9 Milliarden Euro
SAP hat am heutigen Dienstag im Rahmen seines monatlichen Security Patch Day insgesamt 19 neue Security Notes veröffentlicht. Besonders brisant: Eine der Schwachstellen, CVE-2026-44756, betrifft eine Memory-Corruption-Anfälligkeit im SAP Extended Passport Processing und erhält vom Bewertungssystem CVSS die höchstmögliche Punktzahl von 10,0. Für Unternehmen, die SAP-Systeme betreiben, bedeutet das akuten Handlungsbedarf – Sicherheitslücken dieser Kategorie gelten als vollständig ausnutzbar und potenziell verheerend für betroffene Infrastrukturen.
Strategische Zukäufe treiben KI-Ambitionen voran
Der Patch Day fällt in eine Phase, in der SAP seine Plattform durch mehrere Übernahmen im Bereich Künstliche Intelligenz und Datenmanagement erweitert. Anfang Juli schloss der Konzern die Übernahme von Dremio ab, einem Anbieter einer Data-Lakehouse-Plattform.
Mitte Juli folgte der Abschluss der Übernahme von Prior Labs, einem Spezialisten für tabellarische Foundation Models. SAP kündigte an, in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro in Prior Labs zu investieren – ein Signal, wie ernst der Konzern den Ausbau eigener KI-Kompetenz nimmt.
Weiter zurück liegen zwei größere Zukäufe, die SAPs Cloud- und Enterprise-Architecture-Portfolio geprägt haben: Die Übernahme von WalkMe, einer Digital-Adoption-Plattform, schloss SAP bereits im September 2024 ab. Die Akquisition von LeanIX, einem Anbieter für Enterprise Architecture Management, war bereits im November 2023 abgeschlossen und gilt Medienberichten zufolge als eine der größten Übernahmen des Konzerns der vergangenen Jahre.
Wachstum im Cloud-Geschäft bestätigt Kurs
Die operative Entwicklung untermauert die Investitionsstrategie. Im zweiten Quartal beziehungsweise ersten Halbjahr 2026 verzeichnete SAP einen Anstieg des Current Cloud Backlog um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, währungsbereinigt lag das Plus bei 26 Prozent.
Die Cloud-Erlöse kletterten um 22 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 24 Prozent, der Gesamtumsatz wuchs um 9 Prozent respektive 11 Prozent auf konstanter Währungsbasis.
Wegen der verwässernden Effekte aus den Übernahmen von Dremio und Prior Labs passte SAP im Juli seine Prognose für den Non-IFRS-Operating-Profit 2026 an: Der Verwässerungseffekt beläuft sich auf mehr als 100 Millionen Euro, die neue Zielspanne liegt bei 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro und entspricht auf konstanter Währungsbasis einem Plus von 13 bis 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Cloud-Umsatzprognose für 2026 bestätigte der Konzern unverändert mit 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro, ebenfalls auf konstanter Währungsbasis mit einem geplanten Zuwachs von 23 bis 25 Prozent.
Führungsspitze langfristig abgesichert
Für Kontinuität an der Konzernspitze sorgte bereits im Mai 2025 die Verlängerung des Vertrags von Vorstandschef Christian Klein bis April 2030. Finanzvorstand Dominik Asam verlängerte seinen Vertrag auf eigenen Wunsch nur bis 2028.
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt angeschlagen: Am heutigen Dienstag gibt das Papier um 0,7 Prozent auf 180,94 Euro nach, nachdem es bereits am Montag mit 182,26 Euro geschlossen hatte. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 14 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 21 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 242,00 Euro, erreicht im vergangenen Oktober, notiert die Aktie derzeit 25 Prozent entfernt. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 163,41 Euro besteht dagegen weiterhin ein Aufschlag von 11 Prozent – ein Hinweis darauf, dass sich der kurzfristige Trend trotz der jüngsten Schwäche noch nicht grundlegend gedreht hat.
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