SAP Aktie: DPS Accounting Assistant senkt Zeiten um 80 Prozent

SAP treibt KI-Strategie mit neuen Tools und Milliardenübernahmen voran, während der Aktienkurs nahe dem Jahrestief notiert.

Die Kernpunkte:
  • Neuer KI-Assistent für Buchhaltung vorgestellt
  • Aktienkurs fällt auf 142 Euro zurück
  • Milliardenschwere Übernahmen von Reltio und Dremio
  • Halbjahresbericht am 23. Juli erwartet

Neue KI-Tools, laufende Übernahmen, ein milliardenschweres Rückkaufprogramm — und trotzdem notiert die SAP-Aktie knapp über ihrem Jahrestief. Operative Fortschritte und Börsenstimmung klaffen derzeit weit auseinander.

Neuer KI-Assistent für die Buchhaltung

Heute stellt SAP gemeinsam mit Partnern den „DPS Accounting Assistant“ vor. Vortrainierte Sprachmodelle sollen die Durchlaufzeiten in der Buchhaltung um bis zu 80 Prozent senken. Das Tool übernimmt intelligente Kontierungen — KI verlässt damit die Testphase und spart Kunden messbar Zeit.

Morgen folgt das nächste Thema: die deutsche E-Rechnungspflicht. SAP zeigt in einem Webinar sein Beschaffungsnetzwerk. Solche gesetzlichen Vorgaben zwingen Unternehmen oft zum Cloud-Upgrade — ein verlässlicher Treiber für Einnahmen und Kundenbindung.

Aktie unter Druck

Die Aktie schloss zuletzt bei 142,24 Euro. Das sind fast 45 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Das 52-Wochen-Hoch lag im Juli 2025 noch bei 266,00 Euro.

Der Abverkauf ist kein SAP-spezifisches Problem. Die gesamte Softwarebranche leidet unter der Angst vor disruptiven KI-Technologien. Zuletzt stürzte Adobe auf ein Mehrjahrestief. SAP kann sich diesem Sog kaum entziehen.

Übernahmen und Anleihe

Im Hintergrund baut SAP seine KI-Strategie konsequent aus. Im Mai schloss der Konzern die Übernahme von Reltio ab — einem Anbieter für Master-Data-Management. Parallel kündigte SAP die geplante Übernahme von Dremio an, die die SAP Business Data Cloud stärken soll.

Die ambitionierteste Wette ist Prior Labs. SAP will mehr als eine Milliarde Euro über vier Jahre investieren, um das Start-up zu einem KI-Labor für strukturierte Geschäftsdaten auszubauen. Beide Deals brauchen noch behördliche Genehmigung.

Finanziert wird das alles unter anderem über den Anleihemarkt. Im Mai platzierte SAP eine Euro-Anleihe über 3,5 Milliarden Euro in vier Tranchen. Moody’s bewertet SAP mit A1, S&P mit A+ — jeweils stabiler Ausblick.

Hinzu kommt ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 10 Milliarden Euro, das bis Ende 2027 läuft.

Halbjahresbericht am 23. Juli

Am 23. Juli legt SAP den Halbjahresbericht vor. Investoren achten dabei auf den Cloud-Auftragsbestand und die Cloud-Bruttomarge — beides zeigt, ob die KI-Strategie kommerziell Fahrt aufnimmt.

Für 2026 erwartet SAP währungsbereinigte Clouderlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro sowie einen Free Cashflow von rund 10 Milliarden Euro. Ob diese Prognose reicht, um die Stimmung zu drehen, entscheidet sich spätestens dann.

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