SAP Aktie: Dremio-Übernahme abgeschlossen
SAP vollendet die Dremio-Akquisition und treibt die KI-Strategie voran. Der Aktienkurs zeigt eine moderate Erholung, bleibt aber im langfristigen Abwärtstrend.

- Dremio-Übernahme offiziell abgeschlossen
- Kurs legt um knapp zwei Prozent zu
- Jahresbilanz zeigt deutliches Minus
- Sparkurs begleitet KI-Investitionen
SAP hat die Übernahme von Dremio abgeschlossen. Der Kurs reagiert am Dienstag mit einem Plus von 1,93 Prozent auf 143,60 Euro. Die Aktie profitiert von der Nachricht, doch der Blick auf die Jahresbilanz zeigt: Es bleibt ein steiniger Weg zurück.
Übernahme offiziell vollzogen
Am 6. Juli 2026 gab SAP den Abschluss der Dremio-Akquisition bekannt. Dremio bietet eine offene Data-Lakehouse-Plattform an. Sie erweitert SAPs Angebot im Bereich agentischer KI.
Kunden können damit Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Umgebungen kombinieren. Analysen und KI-Aufgaben greifen in Echtzeit auf alle Datenquellen zu. Ein Umzug oder eine Konvertierung der Daten entfällt dabei.
Die Transaktion war bereits im Mai angekündigt worden. Sie reiht sich in eine Serie von Zukäufen ein, mit denen SAP seine KI- und Datenplattform-Strategie stärkt. Erst im Frühjahr hatte der Konzern die Übernahme des Master-Data-Management-Anbieters Reltio abgeschlossen.
Kursbewegung im Kontext
Der Kurs von SAP hat in den vergangenen Wochen deutlich Federn gelassen. Auf Jahressicht steht die Aktie mit 28,91 Prozent im Minus, gegenüber dem Stand vor zwölf Monaten beträgt der Rückgang sogar 44,79 Prozent. Erst am 25. Juni markierte die Aktie bei 130,80 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.
Vom aktuellen Niveau aus liegt der Titel damit rund 9,79 Prozent über diesem Tiefpunkt. Zum 52-Wochen-Hoch von 266,00 Euro aus dem Juli 2025 fehlen aber weiterhin 46,02 Prozent.
Auf Wochensicht zeigt sich mit einem Plus von 6,20 Prozent eine spürbare Erholung. Der 30-Tage-Trend bleibt mit minus 9,14 Prozent dagegen negativ. Der Kurs liegt aktuell knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 146,21 Euro, aber deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 180,16 Euro. Der langfristige Abwärtstrend bleibt damit trotz der jüngsten Gegenbewegung intakt.
Sparkurs begleitet KI-Investitionen
Der Dremio-Abschluss fällt in eine Phase, in der SAP parallel seine Kosten strafft. Der Konzern will die Ausgaben für Neueinstellungen und Dienstreisen reduzieren. Künftige Neueinstellungen konzentrieren sich künftig ausschließlich auf ausgewählte Profile, vor allem zentrale KI-Rollen.
Dienstreisen für interne Veranstaltungen ohne KI-Bezug setzt SAP aus. Der Konzern prüft zudem Einsparpotenziale bei Lieferanten.
JPMorgan-Analyst Toby Ogg bewertet diesen Sparkurs kritisch. Er sieht darin kein Zeichen der Stärke, sondern ein Warnsignal für den enormen Investitionsbedarf des Konzerns. Ogg belässt die Aktie auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro.
Blick auf den Halbjahresbericht
Am 23. Juli 2026 legt SAP die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor. Die Veröffentlichung ist für 22:05 Uhr geplant.
Investoren dürften genau darauf achten, wie sich die frisch integrierte Dremio-Plattform in die mittelfristige KI- und Cloud-Strategie einfügt. Ebenso wichtig: welche Kosten der parallele Sparkurs bereits kompensiert hat. Bis zur Zahlenvorlage bleibt SAP nach eigenen Angaben in der üblichen Quiet Period, weitere offizielle Aussagen zur Geschäftsentwicklung bleiben damit vorerst aus.
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