SAP Aktie: Dremio-Übernahme beim Kartellamt angemeldet

SAP treibt mit KI-Plattform und Dremio-Übernahme die autonome Unternehmensstrategie voran, während der Aktienkurs sich von Jahresverlusten erholt.

Die Kernpunkte:
  • Cloud-Erlöse steigen um 27 Prozent
  • Fusionskontrollverfahren für Dremio eingeleitet
  • Mehr als 50 KI-Assistenten geplant
  • Kurs erholt sich, Trend bleibt angeschlagen

SAP sendet derzeit zwei Signale zugleich: operativ läuft die Cloud, strategisch schiebt der Konzern seine KI-Plattform nach vorn. Der Markt honoriert die Erholung der Aktie zwar kurzfristig. Der größere Abwärtstrend ist damit aber noch nicht gebrochen.

Zum Wochenschluss lag die Aktie bei 151,70 Euro und gewann am Freitag 0,46 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Plus von 4,20 Prozent, seit Jahresanfang bleibt ein Minus von 24,90 Prozent.

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KI-Agenten brauchen bessere Daten

Der zentrale Baustein der neuen SAP-Story heißt „Agentic AI“. Gemeint sind nicht bloß Assistenten, die Fragen beantworten, sondern Systeme, die Geschäftsprozesse eigenständig steuern sollen. SAP will mehr als 50 Joule-Assistenten in eine autonome Suite integrieren, etwa für Finanzen, Einkauf und Lieferketten.

Dafür braucht der Konzern eine saubere Datenbasis. Seit dem 19. Mai 2026 ist beim Bundeskartellamt ein Fusionskontrollverfahren für den mittelbaren Erwerb von Dremio registriert. Dremio ist auf Data-Lakehouse-Technologien spezialisiert — genau dort setzt SAP an, um Daten für KI-Entscheidungen besser zu vereinheitlichen.

Das ist mehr als ein Zukauf am Rand. Wenn autonome Systeme zuverlässig arbeiten sollen, dürfen Daten nicht in Silos feststecken. Die geplante Übernahme passt damit direkt zur Strategie einer „Autonomous Enterprise“.

Cloud liefert, Bewertung bleibt anspruchsvoll

Das operative Fundament wirkt solide. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Cloud-Erlöse währungsbereinigt um 27 Prozent auf 5,96 Milliarden Euro. Das zeigt, warum der Markt SAP trotz Kursdruck nicht abschreibt.

Der Cloud-Auftragsbestand lag bei 21,9 Milliarden Euro. Diese Kennzahl ist wichtig, weil sie künftige Umsätze sichtbarer macht. Sie schützt aber nicht vor der Frage, ob das hohe Wachstumstempo nach möglichen Sondereffekten weiter hält.

Auch die Analysten bleiben mehrheitlich konstruktiv, setzen aber unterschiedliche Akzente:

  • Jefferies: Kursziel 230 Euro, mit Verweis auf mögliche Synergien der neuen KI-Plattform.
  • Deutsche Bank: Kursziel 200 Euro.
  • UBS: Kursziel 205 Euro.

Kritisch bleibt die Integration der jüngsten Zukäufe. Neben Dremio steht auch Reltio auf der Liste der geplanten Übernahmen. Mehr Technologie kann die Plattform stärken, erhöht aber kurzfristig die operative Komplexität.

Chart bleibt angeschlagen

Der Kurs liegt knapp über dem kurzfristigen Durchschnitt von 149,53 Euro. Zur 200-Tage-Linie beträgt der Abstand minus 21,55 Prozent; der RSI signalisiert bereits einen überkauften Bereich.

Damit ist die Lage zweigeteilt. Die jüngste Erholung stabilisiert das Bild, der langfristige Trend bleibt aber belastet. Nach dem starken Rückgang der vergangenen Monate braucht SAP mehr als eine technische Gegenbewegung.

Am 23. Juli legt SAP den nächsten Quartalsbericht vor. Bis dahin dürfte vor allem zählen, ob die KI-Initiativen greifbarer werden und ob der Konzern seine Cloud-Zielspanne von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro glaubwürdig untermauert.

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