SAP Aktie: Dremio und Prior Labs drücken Prognose

SAP überzeugt mit starkem Auftragswachstum, senkt aber die Jahresprognose wegen Margendrucks und Zukäufen. Analysten bleiben gespalten.

Die Kernpunkte:
  • Kurssprung von über neun Prozent
  • Gewinn übertrifft Analystenerwartungen
  • Operative Marge schwächer als prognostiziert
  • Jahresausblick für Betriebsergebnis gesenkt

Starke Aufträge, schwache Marge – SAP liefert am Donnerstagabend beides gleichzeitig. Die Aktie reagiert am Freitag mit einem Kurssprung von 9,15 Prozent auf 140,80 Euro. Unter den Analysten bleibt die Reaktion trotzdem gespalten: Die einen feiern den Auftragsbestand, die anderen warnen vor der Margenschwäche.

Gewinn schlägt Erwartungen, Marge enttäuscht

Der Gewinn je Aktie liegt im zweiten Quartal 2026 bei 1,89 Euro. Das ist deutlich mehr als die von Experten erwarteten 1,76 Euro und auch mehr als die 1,45 Euro aus dem Vorjahresquartal.

Der Umsatz steigt auf 9,878 Milliarden Euro, nach 9,03 Milliarden Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit 9,85 Milliarden Euro gerechnet. Das bereinigte Betriebsergebnis wächst um 7 Prozent auf 2,743 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie erreicht 1,59 Euro.

Die operative Marge entwickelt sich schwächer als erwartet. SAP-Chef Christian Klein senkt deshalb einen Teil der Jahresprognose. Anleger nehmen das hin – das Tempo bei den Neuaufträgen überzeugt sie offenbar mehr als die Margenzahlen.

Analysten uneins über die Zahlen

Die DZ Bank bleibt bei „Verkaufen“ und senkt den fairen Wert auf 120 Euro. Als Gründe nennt die Bank die Verwässerungseffekte aus Zukäufen und den Margendruck. Die Deutsche Bank hält dagegen an „Buy“ fest und sieht das Kursziel bei 200 Euro. JPMorgan bleibt „Neutral“ mit einem Ziel von 175 Euro.

Jefferies-Analyst Charles Brennan lobt vor allem den Auftragsbestand. Er habe erwartet, dass SAP die Markterwartungen übertrifft – aber nicht in diesem Ausmaß, so Brennan. Selbst die schwache Marge falle angesichts des Schwungs bei den Aufträgen kaum ins Gewicht, meint er.

JPMorgan-Analyst Toby Ogg sieht das kritischer. Er spricht von einer negativen Überraschung bei der Marge. Die Jahresprognose beim Betriebsergebnis hänge nun davon ab, ob SAP in der zweiten Jahreshälfte spürbar zulegt.

Zwei Zukäufe drücken die Prognose

SAP begründet die gesenkte Gewinnprognose direkt mit zwei Übernahmen. Im Juli hat der Konzern die Firmen Dremio und Prior Labs abgeschlossen. Der Verwässerungseffekt daraus wird auf über 100 Millionen Euro geschätzt.

Die neue Zielspanne für das währungsbereinigte Betriebsergebnis liegt bei 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Zuvor hatte SAP 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro angepeilt. Finanzchef Dominik Asam erklärt in einer Telefonkonferenz, dass beide Einheiten im zweiten Halbjahr noch Verluste einfahren dürften.

Rückkaufprogramm läuft parallel weiter

SAP hatte im Januar 2026 ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro gestartet, mit Laufzeit bis Ende 2027. Bis zum 30. Juni 2026 kaufte der Konzern bereits über 16 Millionen Aktien zurück. Der Durchschnittskurs lag bei 161,16 Euro, das Kaufvolumen bei rund 2,6 Milliarden Euro.

Kurs bleibt unter Druck

Der Freitagssprung ändert wenig am Gesamtbild des Jahres. Seit Jahresbeginn steht die Aktie weiterhin mit 32,42 Prozent im Minus. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 173,78 Euro fehlen der Aktie noch 18,98 Prozent.

Die Kursziele der Analysten reichen von 120 Euro bei der DZ Bank bis 200 Euro bei der Deutschen Bank. Diese Spanne von 80 Euro zeigt, wie unterschiedlich der Markt die Zahlen interpretiert. Für die einen ist der Auftragsbestand der Beleg einer nachhaltigen Erholung, für die anderen bleibt die Margenschwäche das eigentliche Warnsignal.

Anzeige

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu SAP