SAP Aktie: DZ Bank sieht 120 Euro
Uneinigkeit bei SAP: Goldman Sachs rät zum Kauf, DZ Bank zum Verkauf. Cloud-Wachstum trifft auf Margensorgen, Kurszielspanne liegt zwischen 120 und 215 Euro.

- Analystenmeinungen zu SAP stark gespalten
- Kursziele zwischen 120 und 215 Euro
- Cloud-Wachstum, aber gesenkte Prognose
- Kartellverfahren gegen SAP eingestellt
Kaufen oder verkaufen? Bei SAP liegen die Antworten der Analysten so weit auseinander wie selten. Die Aktie hat am Mittwoch 2,5 Prozent verloren und schloss bei 176,94 Euro. Der Rücksetzer kommt in einer Phase, in der Goldman Sachs zum Kauf rät und die DZ Bank zum Verkauf.
Kursziele zwischen 120 und 215 Euro
Von acht erfassten Analystenhäusern empfehlen sechs den Kauf, eines rät zu Halten, eines zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 198,43 Euro. Goldman Sachs sieht sogar 215 Euro als fair an.
Analyst Mohammed Moawalla verweist auf eine starke Produkt-Pipeline. Das gelte trotz gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten.
Die DZ Bank bildet die Gegenposition. Analyst Armin Kremser stuft die Aktie auf Verkaufen und senkt das Kursziel auf 120 Euro. Sein Argument: Anorganische Effekte belasten die operative Marge.
Auch JPMorgan bleibt skeptisch. Die Bank hatte SAP bereits zuvor auf Neutral abgestuft und das Kursziel gesenkt. Der Grund: Der Cloud-Auftragsbestand dürfte mit reifer werdender Migrationsbasis weiter abflachen. Eine Neubeschleunigung sei schwer zu erwarten. Hinzu kommt der Umbau zu einem konsumtionsbasierten Umsatzmodell, der die Schätzungen volatiler machen könnte.
Starke Cloud-Zahlen, gesenkte Prognose
Ausgangspunkt der Debatte sind die Halbjahreszahlen. Der Current Cloud Backlog wuchs um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Der Cloudumsatz legte um 22 Prozent zu, die Cloud-ERP-Suite sogar um 25 Prozent.
Trotz dieser Werte senkte SAP die Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 leicht. Die neue Spanne liegt bei 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Der Konzern begründet dies mit dem verwässernden Effekt der im Juli abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs.
Bullische Analysten wie Goldman Sachs stützen sich auf die Cloud-Dynamik. Kritiker wie DZ Bank und JPMorgan verweisen dagegen auf die Margenbelastung und die reifende Migrationsbasis.
Kartellverfahren vom Tisch
Ein Faktor hat zuletzt Unsicherheit aus dem Kurs genommen: die regulatorische Entspannung. Die Europäische Kommission stellte ihre Wettbewerbsuntersuchung zu On-Premise-Wartungspraktiken per Verpflichtungszusage ein. Das Bundeskartellamt zog nach und verzichtet auf ein eigenes Verfahren gegen SAP.
Nach der kräftigen Rally der vergangenen Wochen — der Kurs legte in 30 Tagen rund 30 Prozent zu — reagiert die Aktie empfindlich auf neue Belastungsfaktoren. Aktuell notiert SAP nahe am 200-Tage-Durchschnitt von 172,29 Euro, dem Abstand beträgt nur 2,7 Prozent. Ob sich die Bullen um Goldman Sachs oder die Skeptiker um DZ Bank und JPMorgan durchsetzen, entscheidet sich an der weiteren Entwicklung des Cloud-Geschäfts und der Margen. Die Q3-Zahlen am 21. Oktober liefern dafür die nächsten konkreten Anhaltspunkte.
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