SAP Aktie: EPS übertrifft Konsens auf 1,89 Euro

SAP übertrifft Erwartungen im Cloud-Geschäft, senkt aber wegen Integration der KI-Zukäufe die Prognose. Kritische Sicherheitslücke erhöht den Druck.

Die Kernpunkte:
  • Cloud-Umsatz steigt um 24 Prozent
  • Übernahmen belasten operative Marge
  • Kritische Sicherheitslücke aktiv ausgenutzt
  • Aktie trotz Erholung unter Vorjahresniveau

SAP hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 gezeigt, dass das Cloud-Geschäft weiter kräftig zulegt – auch wenn die Jahresprognose durch teure Zukäufe belastet wird. Der Cloud-Umsatz stieg währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft kletterte um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro.

Der Gesamtumsatz von 9,878 Milliarden Euro übertraf den Konsens von 9,85 Milliarden Euro leicht, das Ergebnis je Aktie sprang von 1,45 auf 1,89 Euro und lag damit ebenfalls über den Erwartungen der Analysten von 1,76 Euro.

Übernahmen drücken auf die Marge

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet SAP mit einem operativen Gewinn nach non-IFRS-Kriterien zwischen 11,8 und 12,2 Milliarden Euro. Diese Spanne trägt bereits eine Belastung von mehr als 100 Millionen Euro durch die Integration der jüngst übernommenen Firmen Dremio und Prior Labs.

Die beiden Zukäufe sollen die KI-Fähigkeiten des Konzerns stärken, verwässern aber kurzfristig die Marge – ein Effekt, den Anleger im Blick behalten müssen, wenn sie die Guidance mit den tatsächlichen Quartalsergebnissen abgleichen.

Die Reaktionen der Analysten fielen gemischt aus. Goldman Sachs bestätigte die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 215 Euro, nachdem das Institut die vorherige Marke von 230 Euro gesenkt hatte.

UBS beließ es ebenfalls bei Buy, senkte das Kursziel jedoch deutlicher von 205 auf 164 Euro. JPMorgan äußerte sich dagegen negativ überrascht von der Entwicklung – ein Hinweis darauf, dass die Belastungen durch die Übernahmen an der Wall Street nicht einheitlich bewertet werden.

Sicherheitslücke mit Höchstwert sorgt für Unruhe

Parallel zu den Geschäftszahlen sorgt eine kritische Schwachstelle in der SAP Commerce Cloud für Aufsehen. Die Lücke mit der Kennung CVE-2026-58231 erreicht den höchstmöglichen CVSS-Wert von 10,0 und wird bereits aktiv ausgenutzt – nur wenige Tage nachdem SAP einen Patch bereitgestellt hatte.

Ursache sind fehlende Autorisierungsprüfungen und eine unzureichende Eingabevalidierung, die Angreifern die Ausführung von Schadcode ermöglichen. Wer hinter den Angriffen steckt, ist bislang unklar; frühere SAP-Sicherheitsvorfälle wurden bereits mit Spionageaktivitäten mit Bezug zu China sowie mit klassischer Cyberkriminalität in Verbindung gebracht.

Unternehmen, die die betroffene Software einsetzen, sind aufgefordert, den Patch umgehend einzuspielen. Der nächste reguläre Patch Day ist für den 9. September terminiert.

Kurs bleibt unter Vorjahresniveau

Trotz der starken Cloud-Zahlen notiert die SAP-Aktie am Freitag mit 179,80 Euro rund 0,7 Prozent im Minus und liegt damit weiterhin gut ein Viertel unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro, das im Oktober vergangenen Jahres markiert wurde.

Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier dagegen um 30 Prozent zugelegt – ein deutliches Signal dafür, dass der Markt die operative Entwicklung des Konzerns zuletzt honoriert hat, auch wenn die Aktie seit Jahresbeginn noch immer 14 Prozent im Minus liegt.

Anleger dürften nun vor allem auf die Quartalszahlen am 21. Oktober schauen, um zu sehen, ob sich das Cloud-Wachstum in dieser Dynamik fortsetzt und wie stark die Integrationskosten der KI-Zukäufe die Marge tatsächlich belasten.

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