SAP Aktie: Halbjahresbericht am 23. Juli

SAP-Aktie notiert nahe dem Jahrestief. Ein Aktienrückkauf stützt, während der Markt auf den Halbjahresbericht und eine EU-Einigung wartet.

Die Kernpunkte:
  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief
  • Aktienrückkauf bis Juli 2026
  • Halbjahreszahlen am 23. Juli
  • EU-Kartellverfahren vor Einigung

Fast auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr — so startet SAP in die neue Handelswoche. Der Kurs liegt bei 134,00 Euro, knapp 1,3 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom 19. Juni. Seit Jahresanfang hat die Aktie ein Drittel ihres Werts verloren.

Rückkaufprogramm stützt — aber begrenzt

SAP kauft noch bis Ende Juli eigene Aktien zurück. Das aktuelle Volumen beläuft sich auf bis zu 2,6 Milliarden Euro. Teil eines größeren Rahmens: Im Januar 2026 hatte der Konzern ein Gesamtprogramm von bis zu 10 Milliarden Euro bis Ende 2027 angekündigt.

Strukturell schafft das eine planbare Nachfrage. Den Abwärtstrend stoppen konnte es bisher nicht. Der RSI liegt bei 33,6 — nahe der überverkauften Zone — und der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt rund 28 Prozent.

Halbjahresbericht am 23. Juli

Der nächste echte Stimmungstest kommt am 23. Juli. Dann veröffentlicht SAP die Zahlen für das zweite Quartal. Investoren schauen dabei auf zwei Kennzahlen: den Cloud-Auftragsbestand und die Cloud-Bruttomarge.

Im ersten Quartal war der Cloud-Auftragsbestand um 20 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro gestiegen. Für Q2 gilt jedoch: Sondereffekte hatten das Wachstum im ersten Quartal begünstigt. Dieser Rückenwind fällt weg — die Erwartungen sind entsprechend gedämpft.

Für das Gesamtjahr erwartet der Analystenkonsens einen Gewinn je Aktie von 7,22 Euro. Das Jahresziel des Vorstands steht. Allerdings knüpft SAP die Prognose an zwei Bedingungen: eine Entspannung im Nahen Osten und die bevorstehende Konsolidierung von Reltio.

EU-Verfahren: Einigung wahrscheinlich

Im Hintergrund läuft das EU-Kartellverfahren weiter. Die Europäische Kommission prüft, ob SAP den Wettbewerb im Aftermarket für ERP-Wartung und -Support eingeschränkt hat. Bei einer Verurteilung droht ein Bußgeld von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes.

Die Signale deuten jedoch auf eine außergerichtliche Einigung hin. Die Kommission hat bereits eine Marktprüfung zu SAPs Verpflichtungszusagen eingeleitet. Der Konzern bietet Kunden mehr Wahlfreiheit bei Wartungsdienstleistern und mehr Flexibilität bei Lizenzen. Kommen keine belastbaren Einwände, endet das Verfahren ohne Bußgeld. Materielle Auswirkungen auf die Finanzergebnisse erwartet SAP nach eigener Einschätzung nicht.

Bis zum 23. Juli bleibt das Rückkaufprogramm die einzige planbare Stütze auf der Käuferseite. Mit den Halbjahreszahlen entscheidet sich, ob SAPs KI-Strategie erstmals in harten Auftragszahlen sichtbar wird.

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