SAP Aktie: Insider kaufen für fast eine Million
Drei SAP-Führungskräfte kauften Aktien für fast eine Million Euro. Zugleich stiegen Cloud-Geschäft und Kurs, während Analysten uneins bleiben.

- Drei Führungskräfte kaufen SAP-Aktien
- Insider investieren fast eine Million Euro
- Cloud-Backlog wächst um 26 Prozent
- Analysten bewerten SAP unterschiedlich
Während sich die SAP-Aktie von der Herabstufung durch UBS am vergangenen Samstag mit einem Rücksetzer von 0,7 Prozent erholt, fällt ein anderes Signal ins Auge: Gleich drei Mitglieder des Führungskreises haben in den vergangenen Wochen eigenes Geld in die Papiere des Walldorfer Softwarekonzerns gesteckt.
Die Käufe summieren sich auf fast eine Million Euro und zeichnen ein Bild von Zuversicht innerhalb des Konzerns – zu einem Zeitpunkt, an dem Analysten uneins sind, wie es mit SAP weitergeht.
Insider setzen auf die eigene Aktie
Den Anfang machte CEO Christian Klein, der Ende Juli Aktien im Wert von rund 325.000 Euro erwarb. Wenige Wochen später, Mitte August, zog Chief People Officer Gina Vargiu-Breuer mit einem Kauf von etwa 305.000 Euro nach – ihr Vertrag war zuvor bis Januar 2030 verlängert worden.
Am Mittwoch vergangener Woche folgte Thomas Saueressig aus dem Bereich Customer Operations mit einem Kauf von rund 267.000 Euro bei einem Kurs von etwa 178 Euro je Aktie. Solche geballten Insider-Käufe innerhalb weniger Wochen sind ein Signal, das Anleger selten ignorieren – sie deuten darauf hin, dass Führungskräfte den aktuellen Kursstand für einen günstigen Einstiegspunkt halten.
Analystenlager bleibt gespalten
Die Käufe von Klein und Vargiu-Breuer erfolgten bereits vor der Guidance-Anpassung wegen der Übernahmen von Dremio und Prior Labs vor über einem Monat, deren Kurs sich seither um 46,3 Prozent erholt hat. Saueressigs Kauf fiel dagegen in eine Phase, in der die Analystenmeinungen deutlich auseinanderdriften.
Während UBS-Analyst Michael Briest sein Votum am vergangenen Samstag auf Neutral senkte und die schleppende Auslieferung von agentic AI an Kunden sowie erstmals seit 2021 gesunkene Cloud-Bruttomargen als Belastung nannte, sehen andere Häuser deutlich mehr Potenzial.
Morgan Stanley bestätigte am 21. August die Kaufempfehlung mit einem angehobenen Kursziel von 215 Euro, Wells Fargo hatte bereits am 14. August sein Kursziel auf 210 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt.
Operatives Geschäft liefert Rückhalt
Die Insider-Käufe fallen in eine Phase soliden operativen Wachstums. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Current Cloud Backlog währungsbereinigt um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, die Clouderlöse legten währungsbereinigt um 24 Prozent zu. Für das Gesamtjahr rechnet SAP weiterhin mit Clouderlösen von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro, das entspricht einem Wachstum von 23 bis 25 Prozent.
Zugleich bestätigte der Konzern Ende Juli, dass das deutsche Bundeskartellamt kein Missbrauchsverfahren einleitet, während die EU-Kommission ihre Überprüfung der On-Premise-Richtlinien bereits Anfang Juli abgeschlossen hatte – zwei regulatorische Unsicherheiten weniger für Anleger.
Kurs mit deutlicher Erholung
Der Kurs der SAP-Aktie schloss am Montag bei 189,50 Euro und hat sich binnen 30 Tagen um 15 Prozent erholt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 9,6 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten fehlen 19 Prozent zum damaligen Niveau.
Vom 52-Wochen-Hoch aus Oktober bei 242,00 Euro trennen die Aktie noch 22 Prozent, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von Ende Juli bei 127,52 Euro rund 49 Prozent beträgt – ein Hinweis darauf, dass sich der Kurs deutlich von seinem Jahrestief entfernt hat.
Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn SAP seine Zahlen zum dritten Quartal vorlegt und zeigen muss, ob sich das Vertrauen der eigenen Führungsriege auszahlt.
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