SAP Aktie: JPMorgan bleibt bei 175 Euro skeptisch
SAP verschärft Sparmaßnahmen und fokussiert auf KI, doch JPMorgan sieht Margenziele als zu optimistisch an.

- Verschärfter Sparkurs bei SAP
- Fokus auf KI-Rollen bei Einstellungen
- JPMorgan bleibt skeptisch bei SAP
- Aktie deutlich unter Rekordhoch
Der DAX markiert ein neues Allzeithoch. SAP fällt derweil immer weiter zurück. Der Softwarekonzern spart hart, investiert massiv in Künstliche Intelligenz — und trotzdem bleibt eine der einflussreichsten Investmentbanken skeptisch.
Einstellungsstopp und Reiseverbot
SAP verschärft seinen Sparkurs. Laut Berichten von Bloomberg und anderen Medien vom 2. Juli 2026 schränkt der Konzern Neueinstellungen drastisch ein. Externe Rekrutierungen konzentrieren sich künftig fast nur noch auf geschäftskritische KI-Rollen.
Zusätzlich hat das Management interne Dienstreisen weitgehend gestoppt. Die Maßnahmen gehören zu einer größeren Reorganisation unter CEO Christian Klein. Sein Ziel: SAP als führenden Anbieter für Enterprise-KI positionieren.
Finanzvorstand Dominik Asam plant laut den Berichten einen jährlichen Stellenabbau von ein bis zwei Prozent. Im vergangenen Jahr hatte eine Restrukturierung bereits rund 10.000 Stellen betroffen.
JPMorgan bleibt skeptisch
Die Sparmaßnahmen überzeugen nicht alle Beobachter. JPMorgan-Analyst Toby Ogg bestätigte am 2. Juli 2026 seine Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 175 Euro. Sein Argument: Der Markt erwartet zu optimistische Margen.
Viele Prognosen basieren laut Ogg noch auf Strukturen aus der Zeit vor der KI-Transformation. Der Umbau erfordert aber dauerhaft hohe Investitionen. Das begrenzt den Spielraum für schnelle Gewinnsteigerungen.
Der Kurs spiegelt die Zweifel
Am Donnerstag schloss die SAP-Aktie bei 142,48 Euro. Das liegt 46,44 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 266,00 Euro, das der Titel fast auf den Tag genau vor einem Jahr erreichte. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 29,47 Prozent zu Buche.
Immerhin: In den vergangenen sieben Tagen erholte sich die Aktie um 4,64 Prozent. Sie notiert damit 8,93 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro vom 25. Juni. Der RSI von 50,3 zeigt einen neutralen Trend, doch der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 181,54 Euro liegt bei minus 21,52 Prozent — die langfristige Schwäche bleibt sichtbar.
Diese Diskrepanz zum Gesamtmarkt fällt auf. Während der DAX am 2. Juli ein neues Allzeithoch erreichte, hinkt SAP dem eigenen Rekordstand deutlich hinterher.
Der 23. Juli wird zum Test
Am 23. Juli legt SAP die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann zeigt sich, ob die Kostensenkungen bereits in der Bilanz ankommen — oder ob die von JPMorgan befürchtete Margenschwäche die Erholung weiter bremst.
Der Wettbewerbsdruck wächst derweil. Microsoft hat mit der „Frontier Company“ und einer Investitionsoffensive von 2,5 Milliarden US-Dollar den Enterprise-KI-Markt aufgemischt. SAP muss zeigen, dass die interne Umstrukturierung schnell genug greift, um in der Cloud keine Marktanteile zu verlieren.
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