SAP Aktie: JPMorgan warnt vor Cloud-Delle
Schwache Oracle-Zahlen belasten SAP. JPMorgan sieht Risiken im Cloud-Geschäft und der Aktienkurs fällt auf Wochensicht um zwölf Prozent.

- JPMorgan warnt vor Wachstumsdelle
- Aktienkurs verliert zwölf Prozent in einer Woche
- Kursziel bleibt bei 175 Euro
- Sicherheitslücken in SAP NetWeaver geschlossen
Schwache Signale aus den USA treffen Walldorf. Der US-Konkurrent Oracle verliert im Cloud-Geschäft an Schwung. Nun warnt JPMorgan auch bei SAP vor einer Wachstumsdelle. Die Folge: massiver Verkaufsdruck.
Die Skepsis zeigt sich deutlich im Kurszettel. Am Donnerstagabend schloss das Papier bei 141,40 Euro. Auf Wochensicht verlor der Titel damit gut zwölf Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 30 Prozent.
Analyst Toby Ogg von JPMorgan belässt seine Einstufung auf „Neutral“. Sein Kursziel liegt weiterhin bei 175 Euro. Er sieht konkrete Risiken für das Enterprise-Geschäft der Walldorfer. Die nachlassende Dynamik bei Oracle werten die Experten als klares Warnsignal für den gesamten Sektor.
Operative Baustellen
Abseits der Börse kämpft das Softwarehaus mit technischen Herausforderungen. SAP veröffentlichte diese Woche ein neues Sicherheitspaket. Die Entwickler schlossen 15 Schwachstellen. Vier davon stuft das Unternehmen als kritisch ein. Besonders eine Lücke in SAP NetWeaver bereitet Sorgen. Angreifer können hier die Authentifizierung umgehen. Bisher meldet der Konzern keine aktiven Hackerangriffe.
An der Vertriebsfront treibt der Konzern die Transformation voran. Der Dienstleister Komm.ONE startet einen großen Rollout der aktuellen Softwaregeneration im öffentlichen Sektor. Parallel dazu erhielten Führungskräfte neue Aktienpakete. Im Rahmen eines Programms flossen Vorstand Sebastian Steinhäuser gut 1.300 Anteile zu. Solche Zuteilungen gehören zur üblichen Vergütung.
Charttechnik liefert Warnsignale
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs nähert sich gefährlich dem Jahrestief von 135,52 Euro. Die wichtige 200-Tage-Linie bei rund 188 Euro rückt in weite Ferne. Die hohe Schwankungsbreite verdeutlicht die Nervosität der Investoren. Fällt die Unterstützung am Jahrestief, drohen weitere Abverkäufe.
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