SAP Aktie: Kartellamt stellt Verfahren am 30. Juli ein
SAP erhält grünes Licht vom Kartellamt, treibt Aktienrückkäufe voran und investiert trotz gesenkter Prognose in KI-Partnerschaften.

- Kartellamt beendet SAP-Verfahren
- SAP kauft 2,18 Mio. Aktien zurück
- CEO Klein erwirbt eigene Aktien
- Cloud-Wachstum trotz Prognosekürzung
Das Bundeskartellamt hat seine Vorermittlungen gegen SAP wegen des Vorwurfs des Machtmissbrauchs beim Datenzugriff am 30. Juli ohne Auflagen eingestellt. Die Behörde war der Beschwerde des Softwareanbieters Celonis nachgegangen, wie CIO und das Handelsblatt berichteten. Für den Walldorfer Konzern fällt damit ein rechtliches Risiko weg, das seit Monaten im Raum stand.
Die Aktie honoriert die Entwicklung: Am heutigen Mittwoch notiert das Papier bei 170,10 Euro, ein Plus von 0,77 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Auf Sicht von 30 Tagen hat SAP damit gut 20,95 Prozent zugelegt – ein Anstieg, der sich aus mehreren zusammenkommenden Entwicklungen speist, nicht allein aus der Kartellamt-Entscheidung.
Rückkaufprogramm nimmt Fahrt auf
Parallel zur wettbewerbsrechtlichen Entlastung treibt SAP sein Aktienrückkaufprogramm 2026 voran. Laut einer Mitteilung über EQS News erwarb der Konzern zwischen dem 27. und 31. Juli insgesamt 2.184.430 eigene Aktien. Es handelt sich um die erste Zwischenmeldung im Rahmen des laufenden Programms und signalisiert, dass SAP trotz gesenkter Gewinnprognose an der Kapitalrückführung festhält.
Zusätzliches Gewicht erhält die Nachrichtenlage durch eine Insider-Transaktion: CEO Christian Klein hat im Nachgang der Halbjahreszahlen eigene Aktien erworben, wie SAP der BaFin meldete. Solche Käufe aus der Unternehmensspitze werden am Markt häufig als Vertrauenssignal gelesen, gerade wenn sie zeitlich unmittelbar nach einer Prognosekorrektur erfolgen.
Zahlen mit zwei Gesichtern
Die Halbjahreszahlen, die SAP am 23. Juli vorlegte, zeigen ein durchwachsenes Bild. Der Cloud-Backlog wuchs im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, der Cloud-Umsatz stieg um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro. Das Non-IFRS-Betriebsergebnis legte um 7 Prozent auf 2,74 Milliarden Euro zu – solide Wachstumsraten für das Kerngeschäft.
Gleichzeitig senkte der Konzern die Jahresprognose 2026 für das Non-IFRS-Betriebsergebnis auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, nach zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro. Als Grund nannte SAP Verwässerungseffekte durch Akquisitionen. Der Konzern hatte Anfang Juli den Abschluss der Übernahmen von Dremio und Prior Labs vollzogen, mit denen die Dateninfrastruktur für KI-Anwendungen gestärkt werden soll. Solche Zukäufe kosten kurzfristig Marge, sollen aber die strategische Position im KI-Geschäft sichern.
KI-Investitionen und Partnerschaften
SAP treibt seine KI-Strategie auch operativ weiter voran. Am heutigen Mittwoch stellte der Konzern das neue Programm „Support Accreditation“ vor, das Kunden KI-gestützte Analyse-Tools und Funktionen für den Support bereitstellt. Die Tochtergesellschaft SAP Concur kündigte zudem gemeinsam mit dem Partner American Express Global Business Travel technologische Neuerungen für die bestehende Kooperation an.
Diese Nachrichten reihen sich in eine Phase ein, in der SAP versucht, das Wachstum im Cloud- und KI-Geschäft mit Kostendisziplin zu verbinden. Die Einstellung des Kartellverfahrens nimmt dem Unternehmen dabei einen Unsicherheitsfaktor, der insbesondere im Verhältnis zu Wettbewerbern wie Celonis für Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
Der nächste wichtige Termin für Anleger folgt am 21. Oktober, wenn SAP die Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte der Markt genau beobachten, ob sich das Cloud-Wachstum fortsetzt und wie stark die jüngsten Akquisitionen die Marge weiter belasten.
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