SAP Aktie: Kein Missbrauchsverfahren durch Kartellamt

Das Bundeskartellamt verzichtet auf ein Missbrauchsverfahren gegen SAP. Der Softwarekonzern profitiert zudem von neuen KI-Partnerschaften und einem laufenden Aktienrückkauf.

Die Kernpunkte:
  • Kartellamt stellt Verfahren ein
  • Neues Sechs-Monats-Hoch erreicht
  • KI-Partnerschaften mit Großkunden
  • Aktienrückkaufprogramm wird fortgesetzt

Das Bundeskartellamt hat entschieden, kein Missbrauchsverfahren gegen SAP einzuleiten. Für den Softwarekonzern bedeutet das eine deutliche kartellrechtliche Entlastung, die regulatorische Unsicherheit rund um das Unternehmen verringert sich damit spürbar. Die Entscheidung fiel am Mittwoch und traf auf ein Marktumfeld, das SAP ohnehin schon wohlgesinnt war.

Am Freitag schloss die Aktie bei 186,70 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent zum Vortag. Im XETRA-Handel hatte das Papier zuvor mit 186,52 Euro ein neues Sechs-Monats-Hoch erreicht und damit den seit dem 6. August laufenden Aufwärtstrend von rund 9,4 Prozent fortgesetzt. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Kursplus von 43 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie dennoch noch mit 11 Prozent im Minus.

Kartellrechtliche Klarheit als Kurstreiber

Die Einstellung der Vorermittlung durch die Wettbewerbsbehörde fügt sich in eine Reihe positiver Nachrichten der vergangenen Wochen ein. Zusätzlichen Rückenwind lieferte die Aussicht auf eine engere Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister NTT DATA, der als strategischer Großkunde für SAP-Lösungen identifiziert wurde – Marktbeobachter werteten dies als zusätzlichen Kurstreiber.

Auch spekulatives Interesse am Softwaresektor insgesamt, befeuert durch eine aufkommende Übernahmefantasie rund um den Konkurrenten Workday, hat SAP als Branchenprimus zuletzt gestützt.

Auf der Produktseite treibt SAP seine KI-Strategie weiter voran: Mit „SAP-Managed Joule“ kündigte der Konzern eine Erweiterung seines KI-Assistenten für autonome Workflows und sogenannte Agentic AI an. Parallel dazu wurden Partnerschaften mit Großkunden ausgebaut.

Der Versicherungskonzern SIGNAL IDUNA startete gemeinsam mit SAP eine Innovationspartnerschaft zur Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, während der Luftfahrtkonzern Airbus verstärkt auf „RISE with SAP“ und Sovereign-Cloud-Lösungen für die Transformation zentraler Geschäftsprozesse setzt.

Rückkaufprogramm läuft weiter

Auch bei der Kapitalrückführung bleibt SAP aktiv. In der jüngsten Zwischenmeldung zum Aktienrückkaufprogramm 2026 gab der Konzern bekannt, im Zeitraum vom 10. bis 14. August 50.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 179,35 Euro erworben zu haben. Damit wuchs das Gesamtvolumen des laufenden Programms auf gut 5,13 Millionen Stück.

Charttechnisch zeigt sich die Aktie inzwischen deutlich überkauft: Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt bei 75, ein Wert, der üblicherweise auf eine überhitzte Kursdynamik hindeutet.

Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 9,5 Prozent, zum eigenen 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro aus dem Oktober fehlen der Aktie dagegen noch 23 Prozent.

Blick auf das dritte Quartal

Anleger richten den Blick nun auf den 21. Oktober, wenn SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Analysten erwarten derzeit ein Ergebnis je Aktie von 1,83 Euro bei einem Umsatz von rund 10,09 Milliarden Euro.

Bis dahin dürfte die operative Nachrichtenlage – von neuen KI-Funktionen über Partnerprojekte bis zum fortlaufenden Rückkaufprogramm – den Kurs weiter begleiten, während die kartellrechtliche Entlastung ein Stück regulatorischer Unsicherheit vom Tisch nimmt.

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