SAP Aktie: Klein konzentriert sich auf KI

SAP-Chef Christian Klein gibt Vertriebsverantwortung ab, um sich strategisch auf KI zu konzentrieren. Eine neue Einheit soll Kundenmigrationen beschleunigen, während die Aktie trotz starker Zahlen unter Druck steht.

Die Kernpunkte:
  • Neue Customer Value Group unter Thomas Saueressig
  • CEO Klein konzentriert sich vollständig auf KI-Strategie
  • Cloud-Umsatz wuchs 2025 um 23 Prozent
  • Neues Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Euro

SAP krempelt seine Führungsstruktur um. CEO Christian Klein gibt die Vertriebsverantwortung ab, um sich vollständig auf Künstliche Intelligenz zu konzentrieren. Gleichzeitig entsteht mit der „Customer Value Group“ eine neue zentrale Einheit, die Vertrieb, Services und Support unter einem Dach vereint. Der Schritt kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: Trotz solider Geschäftszahlen zweifelt der Markt, ob SAP im Cloud-Geschäft das nötige Tempo vorlegt.

Neue Struktur ab April

Ab dem 1. April übernimmt Thomas Saueressig als Chief Customer Officer die neu geschaffene Customer Value Group. Die Einheit bündelt die bisherigen Bereiche Customer Success sowie Customer Services & Delivery und verantwortet die gesamte Kundenreise – vom ersten Kontakt bis zur langfristigen Wertschöpfung.

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Saueressig, bisher für After-Sales und Software-Implementierung zuständig, soll künftig Adoption, Verlängerungen und Expansion der Cloud- und KI-Lösungen vorantreiben. Klein selbst kann sich dadurch vollständig auf die strategische Weiterentwicklung der KI-Fähigkeiten konzentrieren.

Parallel dazu verlässt Vorstandsmitglied Muhammad Alam das Unternehmen. Der für Produkt und Engineering verantwortliche Manager verlängert seinen im März 2027 auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht. Sein Abgang reiht sich in eine Serie von Vorstandsabgängen der vergangenen Jahre ein.

Starke Zahlen, gedämpfte Stimmung

Die operative Entwicklung von SAP kann sich sehen lassen: Der Cloud-Umsatz kletterte 2025 um 23 Prozent auf 21,02 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz stieg um 8 Prozent auf 36,80 Milliarden Euro. Der Free Cashflow verdoppelte sich nahezu auf 8,24 Milliarden Euro. Für 2026 strebt das Management ein Cloud-Wachstum von 23 bis 25 Prozent an.

Dennoch bleibt die Aktie unter Druck. Der Titel notiert aktuell bei 166,82 Euro – nahe dem 52-Wochen-Tief von 166,66 Euro. Seit Jahresbeginn verlor die Aktie über 17 Prozent, binnen zwölf Monaten sogar mehr als 37 Prozent.

Das Problem: Im vierten Quartal 2025 enttäuschte der Cloud-Auftragsbestand die Erwartungen. Viele Kunden zögern bei der Migration zu S/4HANA, zweifeln am Return on Investment oder hadern mit der Lizenzpolitik. Genau diese Migrationshürden soll die neue Customer Value Group systematisch adressieren.

Rückkäufe und Dividende

SAP flankiert den Umbau mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm über 10 Milliarden Euro, das im Februar startete und bis Ende 2027 läuft. Für das Geschäftsjahr 2025 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie vor. Die Auszahlung erfolgt am 8. Mai 2026.

Die Reorganisation findet in einem Umfeld statt, in dem Investoren Software-as-a-Service-Aktien zunehmend meiden. Die Sorge: KI-Tools könnten klassische Workflow-Anwendungen verdrängen und mehr Aufgaben automatisieren. Mit der Bündelung von Vertrieb, Services und Support unter Saueressigs Führung will SAP zeigen, dass das Unternehmen die Transformation aktiv gestaltet – nicht nur reagiert. Am 23. April folgen die Zahlen zum ersten Quartal 2026.

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