SAP Aktie: Milliarde für Prior Labs und Dremio

SAP kauft zwei Datenfirmen für über eine Milliarde Euro, während der Aktienkurs nahe dem 52-Wochen-Tief notiert.

Die Kernpunkte:
  • Milliardenschwere Übernahmen von Prior Labs und Dremio
  • Fokus auf KI in strukturierten Geschäftsdaten
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn rund ein Drittel
  • Bank of America hält an Kaufempfehlung fest

SAP kauft. Kräftig. Zwei Übernahmen, mehr als eine Milliarde Euro, Abschluss geplant für das dritte Quartal 2026 — und trotzdem notiert die Aktie nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Der Widerspruch zwischen strategischer Offensive und Börsenstimmung ist selten so deutlich.

Zwei Akquisitionen, ein Ziel

SAP plant die Übernahme von Prior Labs und Dremio. Prior Labs soll ein führendes Labor für strukturierte Daten werden. Dremio ermöglicht die nahtlose Integration interner und externer Daten in die Cloud.

Hinter beiden Deals steckt dieselbe Überzeugung: Das größte KI-Potenzial liegt nicht in generativen Sprachmodellen, sondern in strukturierten Geschäftsdaten. Lieferketten, Zahlungsprozesse, Finanzberichte — hier sieht SAP den Hebel für präzisere Analysen.

Intern läuft die KI-Integration bereits auf Hochtouren. SAP hat über 50 KI-Agenten in seine Geschäftsprozesse eingebaut. Die erhofften Effekte: Effizienzsteigerungen von bis zu 30 Prozent und eine Reduzierung von Abfällen um 55 Prozent. Ein AI Agent Hub und klare Governance-Regeln sollen die Kontrolle beim Menschen halten.

Kurs nahe Jahrestief

An der Börse kommt das bislang nicht an. Die SAP-Aktie schloss am Dienstag bei 134,80 Euro — knapp drei Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom 22. Juni. Seit Jahresanfang hat das Papier rund ein Drittel seines Werts verloren. Vom Hoch bei 266 Euro im Juli 2025 ist es fast halbiert.

Die technischen Indikatoren verstärken das trübe Bild. Der Kurs liegt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt, der RSI von 37,1 signalisiert eine überverkaufte Zone.

Bank of America hält Kaufempfehlung

Analysten sehen das anders als der Markt. Die Bank of America Securities hat ihre Kaufempfehlung bekräftigt und nennt SAP ihren Top-Softwaretitel im Großkapitalbereich für 2026 — mit einem Kursziel von 210 Euro. Die Analysten rechnen trotz möglicher Verlangsamung im Cloud-Geschäft weiterhin mit einem Umsatzwachstum von über zehn Prozent.

Ein operatives Signal kam zuletzt von der Bundeswehr: Die Migration auf SAP S/4HANA ist abgeschlossen. Rund 90.000 Bundeswehr-Angehörige nutzen nun täglich die neue Systemgeneration.

Am 23. Juli endet die Quiet Period vor den Q2-Zahlen. Dann liefert SAP erstmals Zahlen, die zeigen, ob das Cloud-Geschäft tatsächlich schwächelt — oder ob der Kursrückgang übertrieben war.

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