SAP Aktie: Milliarden-Investition in Prior Labs über vier Jahre

SAP schließt zwei Übernahmen ab, investiert über eine Milliarde Euro und entschärft regulatorische Risiken. Das Cloud-Geschäft wächst stark, die Aktie bleibt jedoch unter ihrem Jahreshoch.

Die Kernpunkte:
  • Übernahmen von Dremio und Prior Labs abgeschlossen
  • Milliarden-Investition in Prior Labs geplant
  • Regulatorische Bedenken in Europa ausgeräumt
  • Cloud-Auftragsbestand wächst um 27 Prozent

SAP setzt seine Wachstumsstrategie mit weiteren Zukäufen fort und investiert zugleich massiv in eigene Aktien. Die jüngsten Konzernbewegungen zeigen ein Unternehmen, das trotz regulatorischer Altlasten in Europa operativ und finanziell Kurs hält.

Übernahmen abgeschlossen, Milliarden-Investition angekündigt

SAP hat die Übernahme der Dremio Corporation abgeschlossen, nachdem die notwendigen behördlichen Genehmigungen vorlagen. Wenige Tage später folgte der Abschluss der Übernahme von Prior Labs GmbH. Für Prior Labs plant der Konzern nach Medienberichten eine Investition von über einer Milliarde Euro über einen Zeitraum von vier Jahren – ein deutliches Signal, dass SAP das zugekaufte Geschäft nicht nur integrieren, sondern gezielt ausbauen will.

Diese Zukäufe bleiben nicht folgenlos für die Ergebnisrechnung: SAP hat den Ausblick für das operative Ergebnis (Non-IFRS) 2026 angepasst und rechnet durch die Verwässerungseffekte aus beiden Übernahmen mit einer Belastung von über 100 Millionen Euro. Anleger sollten diesen Effekt als bewussten Investitionspreis für künftiges Wachstum einordnen, nicht als operative Schwäche.

Regulatorische Front entspannt sich

Parallel zu den Übernahmen hat SAP zwei wettbewerbsrechtliche Baustellen abgeräumt. Die Europäische Kommission akzeptierte rechtsverbindliche Verpflichtungsangebote des Konzerns zu Bedenken bei Wartungs- und Supportdienstleistungen für On-Premises-ERP-Software.

Das Bundeskartellamt wiederum schloss seine vorläufige Untersuchung gegen SAP ohne die Absicht ab, ein Missbrauchsverfahren einzuleiten. Beide Entscheidungen nehmen dem Konzern regulatorischen Druck, der in den vergangenen Monaten im Raum stand.

Rückkaufprogramm läuft weiter, Cloud-Geschäft liefert Fundament

Auch beim Kapitalmanagement bleibt SAP aktiv: Der Konzern erwarb 50.000 weitere eigene Aktien, wodurch das Gesamtvolumen des laufenden Rückkaufprogramms auf über 5,12 Millionen Aktien stieg. Ein solches Programm signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung und stützt tendenziell den Kurs.

Die finanzielle Basis für diese Investitionen liefert weiterhin das Cloud-Geschäft. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft (Current Cloud Backlog) um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro, die Cloud-Erlöse legten um 22 Prozent zu, die Erlöse der Cloud ERP Suite sogar um 25 Prozent. Der Gesamtumsatz stieg um 9 Prozent. Diese Zahlen bilden das Fundament, auf dem SAP seine Zukaufsstrategie und das Rückkaufprogramm finanziert.

Auf der Kundenseite unterstreicht ein weiterer Vertragsabschluss die Marktposition: NTT DATA hat sich für SAP SuccessFactors und die KI-Assistentin Joule im Rahmen einer globalen HR-Transformation entschieden. Solche Referenzkunden stärken die Position von SAP im Wettbewerb um große Konzernkunden zusätzlich.

Kursbild bleibt angespannt trotz operativer Fortschritte

Trotz der positiven operativen Nachrichten notiert die SAP-Aktie mit 186,98 Euro noch spürbar unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro von Oktober 2025 – ein Abstand von 23 Prozent. Auf Sicht von sieben Handelstagen legte das Papier immerhin um 2,7 Prozent zu und liegt inzwischen deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 152,51 Euro.

Die Erholung der vergangenen Wochen zeigt, dass der Markt die operativen Fortschritte und die Bereinigung der regulatorischen Risiken zunehmend honoriert, auch wenn die Aktie seit Jahresbeginn insgesamt im Minus liegt.

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