SAP Aktie: Milliarden-Investitionen in Prior Labs

SAP sammelt 3,5 Milliarden Euro für KI-Zukäufe und treibt parallel Aktienrückkäufe voran. Cloud-Erlöse und Gewinn legen zu.

Die Kernpunkte:
  • 3,5 Milliarden Euro Anleihe platziert
  • Drei KI-Zukäufe in der Pipeline
  • Aktienrückkauf bis 2027 läuft
  • Cloud-Umsatz steigt auf 9,6 Milliarden

SAP zapft den Anleihemarkt an — und zeigt damit, wie ernst es der Walldorfer Softwarekonzern mit seiner KI-Expansion meint. Am 28. Mai platzierte das Unternehmen eine Euro-Anleihe über 3,5 Milliarden Euro in vier Tranchen mit Laufzeiten von zwei bis sieben Jahren. Die Nachfrage war stark, die Bonitätsnoten von Moody’s (A1) und S&P (A+) sorgten für günstige Konditionen.

Drei Zukäufe, eine klare Logik

Der Erlös fließt in die Refinanzierung einer laufenden Akquisitionsserie. Reltio, ein Spezialist für Master Data Management, ist bereits übernommen. Das Unternehmen hilft SAP-Kunden, Daten aus unterschiedlichen Systemen für KI-Anwendungen aufzubereiten — bereinigen, vereinheitlichen, harmonisieren.

Zwei weitere Deals stehen noch aus. Dremio, angekündigt Anfang Mai, soll im dritten Quartal 2026 eine offene Datenschicht in die SAP Business Data Cloud einbringen. Prior Labs, ein deutsches KI-Startup, will SAP als eigenständige Einheit weiterführen und über vier Jahre mit mehr als einer Milliarde Euro zu einem Frontier-AI-Labor für strukturierte Daten ausbauen. Die regulatorischen Genehmigungen für beide Transaktionen fehlen noch.

Die Logik dahinter ist schlüssig: Reltio bereinigt die Daten, Dremio vereint sie, Prior Labs liefert die Modelle.

Rückkauf läuft parallel

Parallel zur Akquisitionsoffensive kauft SAP eigene Aktien zurück — bis Ende 2027 sollen es bis zu 10 Milliarden Euro sein, eines der größten Buyback-Programme der deutschen Börsengeschichte. Bislang erwarb SAP rund 16,3 Millionen Aktien zu einem Schnittpreis von 161,16 Euro.

Das operative Fundament trägt diese Doppelstrategie. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 9,6 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn kletterte um 17 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr peilt SAP Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an, das Non-IFRS-Betriebsergebnis soll 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro erreichen.

Kurs erholt — aber weit vom Hoch

Die SAP-Aktie schloss am Freitag bei 156,40 Euro, ein Plus von 3,67 Prozent. Auslöser war kein SAP-spezifischer Katalysator, sondern ein sektorweiter Rückenwind: Starke KI-Serverzahlen von Dell zogen europäische Technologietitel mit. Der Kurs liegt damit gut 13 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom Mai, aber noch immer rund 42 Prozent unter dem Jahreshoch von 271,60 Euro.

Für das zweite Quartal erwartet SAP eine Wachstumsverlangsamung im Cloud-Geschäft, nachdem Sondereffekte das erste Quartal gestützt hatten. Am 3. Juni spricht CEO Christian Klein auf der BNP Paribas Exane CEO Conference in Paris — neue Prognosen sind nicht geplant, aber Aussagen zur KI-Strategie dürften Beachtung finden. Die nächsten Quartalszahlen folgen am 23. Juli.

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