SAP Aktie: Neues Jahrestief bei 130,80 Euro

SAP einigt sich mit EU-Kommission im Kartellverfahren und vermeidet drohendes Milliarden-Bußgeld. Neue KI-Assistenten und Partnerschaften sollen Wachstum bringen.

Die Kernpunkte:
  • Zugeständnisse an EU-Kommission
  • Drohendes Bußgeld abgewendet
  • 13 neue KI-Assistenten angekündigt
  • Aktie springt um fast 4 Prozent

Tiefe rote Zahlen prägen das Jahr für SAP. Seit Januar verlor der Softwarekonzern 32,59 Prozent seines Wertes. Am Freitag sendete der Kurs jedoch ein plötzliches Lebenszeichen. Ein Plus von 3,92 Prozent hievte das Papier auf 136,16 Euro, angetrieben von überraschenden Neuigkeiten aus Brüssel.

Zugeständnisse an die EU

Seit September 2025 ermittelt die EU-Kommission gegen den Konzern. Der Vorwurf wiegt schwer: SAP soll seine Marktmacht bei Wartungsverträgen missbrauchen. Dem Unternehmen droht ein Bußgeld von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes. Nun lenkt das Management offenbar ein.

Medienberichten zufolge bietet SAP weitreichende Zugeständnisse an. Konkret verspricht der Konzern mehr Transparenz bei Gebühren, während Drittanbieter leichter auf die Systeme zugreifen sollen. Auch der Wechsel zu Konkurrenzprodukten wird künftig einfacher. Akzeptiert Brüssel diesen Deal, bleibt dem Unternehmen die finanzielle Sanktion erspart.

KI-Offensive und neue Partner

Parallel dazu baut der Software-Riese sein Netzwerk aus. BMC Software tritt dem PartnerEdge-Programm bei, was die offene Strategie im harten Cloud-Wettbewerb stärkt. Im Juni 2026 rollt SAP außerdem 13 neue KI-Assistenten für den Personalbereich aus. Diese sogenannten Joule-Agenten automatisieren Routineaufgaben und bilden das Herzstück der Monetarisierungsstrategie.

Analysten bewerten die Lage unterschiedlich. Jefferies hält an der Kaufempfehlung fest, senkte das Kursziel aber auf 210 Euro. Goldman Sachs warnt dagegen vor steigenden Hardwarekosten für die KI-Infrastruktur. Diese Entwicklung belastet die Margenprognose für das laufende Quartal.

Blick auf die Zahlen

Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Erst am Donnerstag markierte die Aktie ein neues Jahrestief bei 130,80 Euro. Der Abstand zur langfristigen Durchschnittslinie beträgt minus 25,73 Prozent. Ein klares Signal für einen intakten Abwärtstrend. Abseits der Charts sorgt zumindest ein vorübergehender Waffenstillstand im Daten-Rechtsstreit mit Celonis für etwas Ruhe.

Aktuell schweigt das Management. SAP befindet sich vor den Quartalszahlen in der strikten Ruhephase. Am 23. Juli 2026 öffnet der Konzern die Bücher. Dann entscheidet der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft über die weitere Richtung. Investoren wollen konkrete Zahlen sehen, ob die teuren KI-Investitionen erste Umsätze bringen.

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