SAP Aktie: Prozesstermin 7. Dezember 2026

SAP droht ein US-Kartellprozess, während Analysten die Prognosen senken. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief, trotz starkem Cloud-Wachstum.

Die Kernpunkte:
  • US-Gericht lässt Kartellklage zu
  • Analysten senken Margenprognosen
  • Cloud-Umsatz steigt um 27 Prozent
  • Quartalszahlen am 23. Juli

SAP wächst im Cloud-Geschäft rasant, aber die Börsenstimmung kippt. Analysten stutzen ihre Prognosen. Parallel dazu lässt ein US-Gericht eine Kartellklage zu. Die SAP-Aktie notiert aktuell bei 131,20 Euro. Damit kratzt das Papier direkt am 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 35 Prozent.

Kartellverfahren geht vor Gericht

Ein US-Bundesrichter in San Francisco hat einen Prozesstermin für den 7. Dezember 2026 angesetzt. Der Konkurrent Celonis wirft SAP wettbewerbswidriges Verhalten vor. Der Walldorfer Konzern soll den Zugang zu Kundendaten erschweren. Das Ziel: Wettbewerber ausschließen und das eigene Produkt SAP Signavio stärken.

Das Gericht wies einige Klagepunkte ab. Den Vorwurf der Monopolisierung eines Datenzugangs-Nachmarkts ließ der Richter aber zu. SAPs geschlossenes Ökosystem gerät damit unter juristischen Druck. Das gefährdet mögliche Gebühren für den Datenzugriff.

Analysten kürzen Prognosen

Auf Analystenebene trübt sich das Bild. Goldman Sachs senkt die Schätzung für die Bruttomarge im zweiten Halbjahr 2026. Sie fällt von 73,3 auf 72,8 Prozent. Auch das erwartete operative Wachstum sinkt leicht. Die Experten verweisen auf höhere Hardwarekosten. Hinzu kommt ein schwächelnder Großkunde aus dem Nahen Osten.

Jefferies zieht nach. Analyst Charles Brennan senkt das Kursziel von 230 auf 210 Euro. Er kritisiert das schwache Umfeld der europäischen Softwarebranche. Die Kaufempfehlung bleibt bei beiden Banken bestehen.

Ein Blick auf die Konkurrenz bestätigt die Skepsis. Accenture senkte kürzlich seine Umsatzprognose. Kunden zögern bei großen IT-Ausgaben. Zeitgleich erhöht Oracle den Druck. Der US-Rivale plant bis 2027 gigantische Ausgaben von 95 Milliarden US-Dollar. SAP muss bei der KI-Infrastruktur mithalten.

Quartalszahlen im Fokus

Operativ liefert SAP eigentlich ab. Im ersten Quartal stieg der Cloud-Umsatz um 27 Prozent. Das operative Ergebnis kletterte um 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Seit dem 22. Juni schweigt das Management. Die sogenannte Quiet Period verbietet Kommentare zur Geschäftsentwicklung. Am 23. Juli veröffentlicht SAP nach Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal. Spätestens um 23:00 Uhr muss der Vorstand in der Analystenkonferenz den Ausblick für das laufende Jahr konkretisieren.

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