SAP Aktie: TechWolf-Zukauf für HR-KI
Der geplante Zukauf soll TechWolfs Arbeitsmarkt- und Kompetenzdaten in SAPs Personalsoftware einbringen; Joule Work startet bei Kunden.

- TechWolf-Übernahme für viertes Quartal geplant
- Behördliche Genehmigungen stehen noch aus
- Joule Work beginnt den Kunden-Rollout
- SAP meldet intern 20 Prozent Produktivitätsgewinn
SAP kauft den belgischen KI-Spezialisten TechWolf und baut damit seine Personalsoftware aus. Parallel zeigte der Konzern auf der Hausmesse SAP Connect in Las Vegas, wie weit die KI-Offensive bereits in den Kundenalltag reicht.
TechWolf soll das Herz von SuccessFactors werden
TechWolf analysiert Arbeit auf drei Ebenen: die Aufgaben innerhalb einer Stelle, die vorhandenen Fähigkeiten der Mitarbeiter und den externen Arbeitsmarkt. Die Daten zieht die Software aus den HR- und Geschäftssystemen, die Kunden anbinden. Führungskräfte sollen so Einstellung, Weiterbildung und Umbesetzung besser steuern können.
Bei SAP soll die Technologie zum Kern des SuccessFactors-Portfolios werden. Manoj Swaminathan, Produktchef der SAP Autonomous Suite, verspricht sich davon eine solide Wissensbasis für KI-Agenten. Das mache die Nutzung effizienter, senke die Kosten für HR-Agenten und verbessere den Assistenten Joule in Szenarien wie Workforce Planning.
Das Unternehmen soll nach den bisherigen Plänen eigenständig bleiben, mit Sitz in Gent unter Gründer Andreas De Neve. Seine Plattform bleibt demnach auch für Kunden ohne SAP-Software verfügbar. Zu Kunden zählen HSBC, GSK und PayPal. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen. Finanzielle Details nannte SAP nicht.
Joule Work startet bei Kunden
Auf der Messe sprach Konzernchef Christian Klein von einem „Durchbruch für Business-KI“. Joule Work beginnt den Rollout bei Kunden. Intern nutzen bereits 110.000 SAP-Mitarbeiter die Oberfläche, der Konzern meldet Produktivitätsgewinne von 20 Prozent in Finanzen, Personal und Einkauf.
Als Referenzkunden traten unter anderem Novartis, Nestlé und PwC auf. Novartis pilotiert einen Einkaufsassistenten, PwC nutzt einen Billing Assistant und will die Zusammenarbeit mit SAP ausweiten.
Neu ist außerdem der Einstieg in den Zahlungsverkehr. SAP Pay, entwickelt mit der SAP-Tochter Tereina, wickelt Zahlungen direkt im Cloud-ERP ab und gleicht sie ab. Hinzu kommen Partnerschaften mit Moody’s für Lieferantenrisiken und mit ORO Labs für die Beschaffungssteuerung.
Zahlen Ende Oktober im Blick
Die Aktie zeigt sich vor den Quartalszahlen freundlich. Das dritte Quartal steht Ende des Monats an. Analysten erwarten weiteres Wachstum, vor allem beim Umsatz. Ob die KI-Produkte bereits sichtbar zu Buche schlagen, dürfte der Bericht zeigen. Für den TechWolf-Deal gilt: Ein Abschluss im vierten Quartal würde die Integration noch vor Jahresende anstoßen.
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