SAP Aktie: UBS kappt Kursziel auf 164 Euro
Trotz Erfolgs im EU-Kartellverfahren belastet eine deutliche UBS-Kurszielsenkung die SAP-Aktie und drückt den Kurs.

- UBS senkt SAP-Kursziel um 41 Euro
- EU-Kommission beendet Kartellverfahren
- Aktie notiert unter wichtigen Durchschnitten
- KeyCorp reduziert EPS-Prognose für Q2
SAP gewinnt einen wichtigen Streit mit der EU-Kommission. Die Aktie reagiert trotzdem mit einem Minus. Der Grund: Die UBS kappt ihr Kursziel drastisch, und das wiegt am Markt schwerer als die gute Nachricht aus Brüssel.
Am Montag notiert das Papier bei 137,58 Euro, 0,66 Prozent weniger als der Schlusskurs vom Freitag bei 138,50 Euro. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 31,89 Prozent im Minus.
UBS kappt Kursziel um 41 Euro
Die Schweizer Großbank UBS senkt ihr Kursziel für SAP von 205 auf 164 Euro. Die Einstufung „Buy“ bleibt zwar bestehen. Die Analysten signalisieren damit aber deutlich weniger Vertrauen in eine schnelle Erholung.
Der Abschlag zeigt, wie stark sich das Bild für SAP eingetrübt hat. Zum 52-Wochen-Hoch von 265,75 Euro fehlen der Aktie inzwischen 48,23 Prozent.
Zum Jahrestief von 130,80 Euro aus dem Juni beträgt der Puffer nur noch 5,18 Prozent.
Auch die technischen Marken sprechen für Vorsicht. Der Kurs liegt 5,46 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 22,81 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 178,22 Euro.
Der RSI von 44,6 zeigt aber keine akute Überverkauft-Situation an.
EU-Kommission beendet Kartellverfahren
Aus Brüssel kommt derweil eine positive Nachricht. Die EU-Kommission akzeptiert die Verpflichtungszusagen von SAP offiziell. Ein drohendes Bußgeld wegen wettbewerbswidriger Praktiken ist damit endgültig vom Tisch.
SAP verpflichtet sich für zehn Jahre zu bestimmten Zusagen. Sie sollen den Wettbewerb im Markt für Unternehmenssoftware sichern. Für den Konzern bedeutet das langfristige Rechtssicherheit in einem seiner wichtigsten Absatzmärkte.
Die Börse honoriert die Entscheidung am Montag trotzdem nicht mit Kursgewinnen. Das UBS-Kursziel wiegt an diesem Handelstag offenbar schwerer.
Analysten dämpfen Erwartungen vor dem Quartalsbericht
Auch beim Blick auf die kommenden Zahlen wächst die Vorsicht. Das Analysehaus KeyCorp senkt seine EPS-Schätzung für das zweite Quartal 2026 von 2,09 auf 2,04 US-Dollar.
Der Marktkonsens für das Gesamtjahr liegt derzeit bei 8,30 US-Dollar pro Aktie. Anleger richten den Blick nun auf die offizielle Veröffentlichung der Ergebnisse. Die Monetarisierung der KI-Infrastruktur und das Cloud-Wachstum bleiben die zentralen Treiber für die Aktie.
Das Marktumfeld macht die Lage nicht einfacher. Eskalierende Spannungen zwischen den USA und dem Iran treiben den Ölpreis nach oben und belasten den DAX ebenso wie asiatische Indizes. Tech-Werte leiden besonders unter der erhöhten Schwankungsbreite — bei SAP liegt die 30-Tage-Volatilität aktuell bei 38,12 Prozent.
Mit einer Marktkapitalisierung von 161,28 Milliarden Euro bleibt SAP dennoch das wertvollste deutsche Technologieunternehmen. Der Kartellsieg sichert dem Konzern Rechtssicherheit für die kommenden zehn Jahre. An der Kursschwäche ändert das bislang nichts: Fällt die Aktie unter das Jahrestief von 130,80 Euro, wäre die nächste Verkaufswelle nicht ausgeschlossen.
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