SAP Aktie: UBS kappt Ziel auf 164 Euro

Uneinigkeit bei Analysten zu SAP vor den Halbjahreszahlen: Kursziele schwanken zwischen 164 und 265 Euro.

Die Kernpunkte:
  • Analysten mit stark abweichenden Kurszielen
  • Aktie nahe 52-Wochen-Tief
  • Halbjahreszahlen am 23. Juli erwartet
  • Aktienrückkaufprogramm läuft noch

Während Morningstar-Analyst Rob Hales am 17. Juli 2026 seine Fair-Value-Schätzung von 265,00 Euro und das Rating „Buy“ bestätigte, hatte UBS-Analyst Michael Briest bereits am 13. Juli 2026 sein Kursziel deutlich von 205,00 auf 164,00 Euro gekappt – bei ebenfalls unveränderter Kaufempfehlung. Als Grund nannte Briest die hohe Komplexität bei der Monetarisierung von KI-Agenten, ein Thema, das den Softwarekonzern derzeit branchenweit umtreibt. Hales wiederum verwies auf makroökonomische Risiken für IT-Budgets im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt, ohne deshalb von seiner positiven Einschätzung abzurücken.

Aktie nahe Jahrestief, Chartbild angeschlagen

Die Kursentwicklung untermauert die Vorsicht der Analysten. Am Freitag schloss SAP bei 138,50 Euro, ein Minus von 1,81 Prozent zum Vortag. Damit liegt der Titel nur noch 5,89 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro, das erst Ende Juni markiert wurde. Gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt von 176,34 Euro notiert die Aktie 21,46 Prozent tiefer – ein Signal für den anhaltenden Abwärtstrend, der die Papiere binnen zwölf Monaten drastisch hat einbrechen lassen. Der Höchststand von 265,75 Euro aus dem Juli 2025 rückt damit in weite Ferne.

Zahlen und Rückkauf als nächste Prüfsteine

Der eigentliche Termin, auf den der Markt blickt, folgt am 23. Juli 2026: SAP legt gegen 22:05 Uhr MESZ die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor, im Anschluss findet um 23:00 Uhr eine Analystenkonferenz statt. Die Zahlen dürften zeigen, ob sich die von Briest angesprochenen Monetarisierungsprobleme bei KI-Agenten bereits in den Auftragseingängen niederschlagen oder ob das Cloud-Geschäft die Skepsis widerlegen kann.

Parallel läuft das laufende Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 2,6 Milliarden Euro, dessen Abschluss bis zum 31. Juli 2026 vorgesehen ist. Das Programm dürfte dem Kurs in den kommenden Handelstagen zumindest technische Unterstützung bieten, auch wenn es das grundlegende Bewertungsproblem nicht löst.

Personalie mit Blick auf 2027

Abseits der operativen Entwicklung sorgte SAP im Mai für eine strategische Weichenstellung im Kontrollgremium: Die Hauptversammlung wählte René Obermann, ehemaliger CEO der Deutschen Telekom, mit über 99 Prozent Zustimmung in den Aufsichtsrat. Obermann soll 2027 den Vorsitz von Pekka Ala-Pietilä übernehmen und damit die Aufsicht über den Konzern in einer Phase prägen, die maßgeblich vom Erfolg der KI-Strategie abhängen dürfte. Zudem meldete im Juni ein namentlich nicht genanntes Vorstandsmitglied ein Eigengeschäft, dessen Details bislang nicht näher spezifiziert wurden.

Für Anleger bleibt die Gemengelage aus fallenden Kursen, gesenkten Kurszielen und einem bevorstehenden Zahlenwerk angespannt. Die Reaktion des Marktes auf die Quartalsergebnisse am 23. Juli dürfte zeigen, welches der beiden Analystenlager näher an der Realität liegt.

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