SAP Aktie: UBS senkt auf 164 Euro, Quartal am 23. Juli
SAP-Aktie notiert nahe Jahrestief vor Q2-Zahlen. Analysten uneins über KI-Monetarisierung, EU stellt Kartellverfahren ein.

- Kurs nahe 52-Wochen-Tief
- Analysten mit unterschiedlichen Kurszielen
- EU-Kartellverfahren gegen SAP eingestellt
- Dremio-Übernahme abgeschlossen
Am Freitag schloss das Papier bei 138,50 Euro und verlor damit 1,81 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 130,80 Euro, markiert am 25. Juni 2026, trennen die Aktie derzeit nur noch 5,89 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 176,34 Euro klafft dagegen eine Lücke von 21,46 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark der Kurs im laufenden Jahr unter Druck geraten ist.
Analysten uneins über KI-Monetarisierung
Die Einschätzungen der Analysehäuser gehen derzeit spürbar auseinander. UBS-Analyst Michael Briest senkte am 15. Juli 2026 sein Kursziel für SAP von 205 auf 164 Euro, beließ die Einstufung aber bei „Buy“. Als Begründung nannte er die hohe Komplexität bei der Monetarisierung von KI-Agenten – ein Thema, das den Softwarekonzern derzeit branchenweit beschäftigt. JPMorgan bestätigte am selben Tag seine „Neutral“-Einstufung mit einem Kursziel von 175 Euro. Morningstar-Analyst Rob Hales hielt am 17. Juli 2026 an seiner Fair-Value-Schätzung von 265 Euro und dem „Buy“-Rating fest, verwies zugleich aber auf makroökonomische Risiken für die IT-Budgets von Kunden – ausgelöst durch den Iran-Konflikt und steigende Energiekosten.
EU-Kartellverfahren eingestellt
Eine für SAP wichtige regulatorische Hürde ist zuletzt gefallen. Am 9. Juli 2026 stellte die EU-Kommission ihr Kartellverfahren gegen den Konzern zu dessen Wartungs- und Supportpraktiken offiziell ein. SAP entgeht damit einer möglichen Milliardenstrafe, verpflichtet sich im Gegenzug für zehn Jahre zu Zugeständnissen – unter anderem verzichtet der Konzern künftig auf Reaktivierungsgebühren bei On-Premise-Lösungen. Michael Bloch, Fachvorstand der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), begrüßte die Einigung am 16. Juli 2026 und hob die damit verbundene Wahlfreiheit bei Wartung und Support für Bestandskunden hervor. Für viele Unternehmenskunden, die bislang an SAP-eigene Supportstrukturen gebunden waren, dürfte diese Entwicklung die Verhandlungsposition gegenüber dem Konzern stärken.
Dremio-Integration und geschlossene Sicherheitslücken
Auf der Produktseite trieb SAP zuletzt seine KI-Strategie voran. Am 6. Juli 2026 schloss der Konzern die Übernahme der Datenplattform Dremio final ab. Ziel ist es, „Agentic AI“-Funktionen zu beschleunigen, indem Datenquellen in Echtzeit zusammengeführt werden. Parallel dazu veröffentlichte SAP am 14. Juli 2026 seinen monatlichen Patchday und schloss 16 Sicherheitslücken, darunter drei kritisch eingestufte Schwachstellen in NetWeaver, Commerce Cloud und AppRouter.
Blick auf die Quartalszahlen
Im Fokus der Anleger steht nun der 23. Juli 2026. An diesem Tag will SAP seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlichen, die Analysten-Telefonkonferenz ist für 23:00 Uhr MESZ angesetzt. Angesichts der divergierenden Kursziele zwischen UBS, JPMorgan und Morningstar dürfte die Berichterstattung zeigen, wie überzeugend SAP seinen Kunden die Monetarisierung von KI-Agenten inzwischen vermitteln kann. Die eingestellte EU-Kartellklage und der Abschluss der Dremio-Übernahme liefern strategisch positive Signale – ob sie reichen, um die Aktie aus der Nähe des Jahrestiefs zu führen, dürfte sich an den kommenden Zahlen entscheiden.
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