SAP Aktie: Übernahmegerücht um Workday und Silver Lake
Spekulationen um Workday-Übernahme und starke Cloud-Zahlen treiben SAP. Analysten uneins, Sicherheitslücken trüben das Bild.

- Workday-Übernahmegerücht beflügelt SAP-Aktie
- Cloud-Umsatz wächst um 24 Prozent
- Analysten uneins über SAP-Kursziele
- Kritische Sicherheitslücken im Commerce Cloud
Ein Übernahmegerücht bringt Bewegung in die SAP-Aktie: Medienberichten zufolge sollen der Finanzinvestor Silver Lake und der US-Softwareanbieter Workday im Gespräch sein.
Die Spekulation befeuerte den Kurs bereits am Freitag, als das Papier um 2,71 Prozent auf 180,14 Euro zulegte, im Tageshoch sogar bis auf 183,75 Euro. Am heutigen Montag notiert die Aktie bei 179,34 Euro und gibt damit 0,3 Prozent nach – die anfängliche Übernahme-Euphorie hat sich also etwas abgekühlt.
Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, wäre es eine bemerkenswerte Volte: Ausgerechnet Workday, ein Anbieter für Personal- und Finanzsoftware aus der Cloud, würde damit näher an den europäischen Softwarekonzern heranrücken.
Konkrete Details zu Struktur oder Bewertung einer möglichen Transaktion liegen bislang nicht vor, die Berichte stützen sich auf Marktgerüchte. Parallel dazu sorgt die Aktie mit einem Kursplus von 46 Prozent über einen nicht näher bezifferten Zeitraum für Diskussionen darüber, ob der langjährige Abwärtstrend der SAP-Aktie endgültig gebrochen ist.
Zahlen aus dem zweiten Quartal liefern Rückenwind
Neben der Übernahmefantasie stützen auch die jüngsten Geschäftszahlen die Kursentwicklung. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Cloud-Umsatz währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft (Backlog) kletterte um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro.
Der Gesamtumsatz von 9,878 Milliarden Euro übertraf den Konsens von 9,85 Milliarden Euro leicht, das Ergebnis je Aktie lag mit 1,89 Euro deutlich über der Erwartung von 1,76 Euro.
Für das laufende Jahr rechnet SAP mit einem operativen Gewinn (non-IFRS) zwischen 11,8 und 12,2 Milliarden Euro. Die Übernahmen von Dremio und Prior Labs belasten die Marge dabei mit mehr als 100 Millionen Euro.
Die Analystenmeinungen zu diesen Aussichten gehen auseinander: Goldman Sachs bestätigte ein Kaufvotum mit Kursziel 215 Euro, UBS votiert ebenfalls für Kauf, allerdings mit deutlich niedrigerem Kursziel von 164 Euro. JPMorgan äußerte sich dagegen negativ überrascht von den Zahlen.
Sicherheitslücke und Marktumfeld als Belastungsfaktoren
Nicht alle Nachrichten rund um SAP fielen positiv aus. Das Unternehmen musste zuletzt 33 Sicherheitspatches veröffentlichen, darunter fünf als „HotNews“ eingestufte kritische Lücken – eine davon im Commerce Cloud Data Hub erreichte den höchsten Schweregrad von CVSS 10,0. Für Unternehmenskunden bedeutet das kurzfristigen Handlungsdruck bei der Absicherung ihrer Systeme.
Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibt derweil freundlich für deutsche Standardwerte: Der DAX bewegt sich nahe seinem Rekordhoch, Analysten von DZ Bank und LBBW verweisen darauf, dass die Unternehmensgewinne die Kursrally stützen. Die Deutsche Bundesbank beziehungsweise die deutsche Konjunktur zeigte im zweiten Quartal nur ein mageres Wachstum von 0,2 Prozent zum Vorquartal, was den Kontrast zur Dynamik bei SAP umso deutlicher macht.
Ausblick: Volatilität bleibt hoch
Mit einem RSI von 69,7 nähert sich die Aktie einer technisch überkauften Zone, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 47 Prozent auf anhaltend große Kursausschläge hindeutet.
Anleger dürften vor allem zwei Termine im Blick behalten: den Patch-Day am 9. September sowie die Zahlen zum dritten Quartal, die für den 21. Oktober angesetzt sind. Bis dahin dürfte das Übernahmegerücht um Workday die Kursdiskussion prägen – bestätigt ist bislang nichts.
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