SAP Aktie: Zahlenvorlage am 23. Juli

SAP-Aktie leidet unter Nahost-Krise und verharrt im Abwärtstrend. Anleger warten gespannt auf die Quartalszahlen am 23. Juli.

Die Kernpunkte:
  • Wochenverlust von 0,73 Prozent
  • Nahost-Eskalation belastet Kurs
  • Abwärtstrend charttechnisch intakt
  • Quartalszahlen am 23. Juli erwartet

SAP-Aktionäre haben eine schwierige Woche hinter sich. Der Kurs schloss am Freitag bei 138,30 Euro, ein Minus von 0,73 Prozent gegenüber der Vorwoche. Seit Jahresbeginn hat sich der Verlust auf 31,53 Prozent aufgetürmt, binnen zwölf Monaten sind es sogar 47,16 Prozent.

Nahost-Eskalation trifft DAX-Schwergewicht

Ausgelöst wurde die jüngste Schwäche durch die geopolitische Zuspitzung im Nahen Osten. Berichte über US-Angriffe auf iranische Ziele beendeten am Mittwoch abrupt eine kurze Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Der Iran reagierte nach eigenen Angaben mit Angriffen auf US-Militäreinrichtungen in benachbarten Golfstaaten.

Die Folge: SAP verlor am Mittwoch 4,1 Prozent und schloss bei 138,46 Euro. Am Donnerstag ging es um weitere 1,2 Prozent auf 136,36 Euro nach unten. Als eines der schwersten DAX-Mitglieder konnte sich SAP dem Abwärtssog kaum entziehen.

Marktbeobachter erklären die Reaktion mit klassischer Risikoaversion. In Krisenzeiten ziehen sich Anleger tendenziell aus Wachstumswerten zurück. Der DAX selbst zeigte sich robuster und beendete den Donnerstag trotz der Eskalation mit einem Plus von 0,9 Prozent bei 25.118 Punkten.

Charttechnik zeigt intakten Abwärtstrend

Der aktuelle Kurs liegt 5,73 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro, das SAP erst am 25. Juni markierte. Zum Jahreshoch von 265,75 Euro aus dem Juli 2025 klafft dagegen eine Lücke von fast 48 Prozent.

Auch die gleitenden Durchschnitte signalisieren keine Entwarnung. Der 50-Tage-Durchschnitt notiert bei 145,71 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt sogar bei 178,70 Euro. SAP handelt damit rund 23 Prozent unter seinem langfristigen Trend.

Der RSI von 45,6 zeigt weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation an. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 38,47 Prozent bestätigt aber: Die Schwankungsbreite bleibt hoch.

Der Blick richtet sich auf den 23. Juli

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht jetzt die anstehende Zahlenvorlage. SAP wird die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 am 23. Juli um 22:05 Uhr MESZ veröffentlichen. Bis dahin darf der Konzern keine Informationen zur laufenden Geschäftsentwicklung preisgeben.

Die Analystengemeinde bleibt gespalten. Einige Häuser sehen im gefallenen Kursniveau eine Kaufgelegenheit, andere mahnen angesichts laufender Kostensenkungen im Konzern zur Vorsicht.

Für die kommenden Handelstage bleiben zwei Faktoren entscheidend: die weitere Entwicklung im Nahen Osten und die wachsende Erwartungshaltung vor den Quartalszahlen. Bricht die Aktie unter das jüngste Tief von 130,80 Euro, würde das den seit Monaten laufenden Abwärtstrend weiter bestätigen.

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