SAP mit gutem Jahresabschluss, Marge sorgt für etwas Enttäuschung

Der Software-Konzern SAP konnte sowohl für das vierte Quartal 2016 als auch für das Gesamtjahr sehr gute Zahlen abliefern. Diese bildeten auch die Grundlage, dass die Walldorfer Software-Schmiede ihre Wachstumsziele für das laufende Jahr und auch die mittelfristigen Prognosen für 2020 angehoben hat.

Im Schlussquartal des letzten Jahres konnte SAP sein Betriebsergebnis um knapp 4 % auf 2,37 Milliarden Euro steigern. Beim Umsatz erreichte das Unternehmen ein Plus von knapp 6 % auf 6,72 Milliarden Euro. Der Großteil des Umsatzes entfiel wieder auf die beiden Bereiche Cloud und Software, die zusammen um 6 % zulegten.

SAP profitiert weiter vom rasanten Wachstum in der Cloud

Der für SAP besonders wichtige Cloud-Bereich, der das zukünftige Wachstum sicherstellen soll, erreichte dabei ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum um über 31 % auf 827 Millionen Euro. Allerdings blieb SAP mit diesen Zahlen hinter den Markterwartungen zurück, die im Cloud-Geschäft mit Umsätzen von 839 Millionen Euro gerechnet hatten.

Für das Gesamtjahr wies das Softwareunternehmen ein Betriebsergebnis von 6,629 Milliarden Euro aus. Das entsprach einem Plus zum Vorjahr um 4,4 % nach Steuern und Dritten verdiente SAP je Aktie 3,89 Euro. Im Vorjahr waren es 3,77 Euro je Aktie gewesen. Im großen Segment Cloud- und Softwarelösungen konnte das Unternehmen ein Wachstum um 8 % ausweisen und erreichte damit knapp dem oberen Rand der vorhergehenden Prognosespanne zwischen 6,5 % bis 8,5 %.

Softwarefirma erhöht Prognosen

Auf Basis dieser Ergebnisse schaut das Unternehmen sehr optimistisch in die nahe und fernere Zukunft. Das spiegelt sich auch in angehobenen Prognosen wieder. So rechnet SAP für 2017 einen Umsatz zwischen 23,2 bis 23,6 Milliarden Euro an (bisher 23 bis 23,5 Milliarden Euro). Beim Betriebsergebnis wurde die Prognosespanne am unteren Ende von zuvor 6,7 Milliarden Euro auf 6,8 Milliarden e angehoben. Der obere Rand bleibt bei 7 Milliarden Euro.

Auch die Mittelfristziele wurden nach oben angepasst. Vor allem beim Cloud-Geschäft geht SAP von deutlichen Steigerungen aus. So soll 2020 dieser Bereich einen Umsatz von 8 bis 8,5 Milliarden Euro erlösen können. Bisher ging das Unternehmen von einer Spanne zwischen 7,5 und 8 Milliarden Euro aus. Auch die Erwartung für den Gesamtumsatz wurde von bisher 26 bis 28 Milliarden Euro auf nun 28 bis 29 Milliarden Euro angehoben. Das Betriebsergebnis soll von bislang erwarteten 8 bis 9 Milliarden Euro auf 8,5 bis 9 Milliarden Euro gesteigert werden kann.

Marge dürfte weiter unter Druck stehen

Trotz dieser insgesamt sehr positiven Vorstellung gab es dann doch noch einige Wermutstropfen. So ging im vierten Quartal die operative Marge von 36,0 % auf 35,3 % zurück. Zurückzuführen ist dies auf die hohen Investitionen im Cloud-Geschäft sowie fehlender größerer Einmalzahlungen im Bereich Lizenz-Software. SAP rechnet damit, dass die Marge weiterhin unter Druck bleibt, weil sich durch das rasante Wachstum des Cloud-Geschäftes der Erlösmix weiter anpasst, man jedoch im Gegenzug eben auch noch weiter in die Cloud investieren müsse.

Diese Argumentation schien am Markt zu verfangen. Zumindest konnte die Aktie heute nach einem eher negativen Start wieder Boden gutmachen und notiert derzeit im guten Mittelfeld der DAX-Gewinner.

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