SAP nach Quartalszahlen – wie geht es weiter?

Der Software-Gigant SAP hat am heutigen Vormittag seine Zahlen für das zweite Quartal präsentiert. Während der Umsatz deutlich zulegen konnte, verhagelten Einmalkosten durch ein Abfindungsprogramm den Gewinn. Profitieren konnte der DAX-Konzern erneut vom schwachen Euro – dieser Effekt dürfte aber nicht ewig anhalten.

 

© SAP
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Marktbeobachter waren teilweise enttäuscht von den SAP-Zahlen, besonders von der gesunkenen EBIT-Marge im ersten Halbjahr 2015. Und so knickte der Kurs der SAP Aktie vorbörslich um fast zwei Prozentpunkte ein. Im Verlauf des Vormittags relativierte sich das Minus des Papiers wieder. Und das wohl auch zu Recht, denn die vorgelegten Quartalszahlen sind zwar nicht überragend, aber auch alles andere als dramatisch.

 

Cloud-Geschäft von SAP wächst

Der Grund: Die stark wachsende Cloud-Sparte (Umsatz hat sich auf rund 555 Mio. Euro verdoppelt) hat noch einen anderen Effekt. Durch das Mietmodell verteilen sich die Erlöse über einen längeren Zeitraum als bei Einmalzahlungen. Diese Tatsache gepaart mit Abfindungskosten im ersten Halbjahr von 418 Mio. Euro erklären das vermeintlich schwache Ergebnis.

Auf der Habenseite stehen bei SAP der über den Erwartungen gestiegene Umsatz – plus 20 Prozent auf 4,97 Mrd. Euro – sowie die recht guten Aussichten. Die Konzernspitze bekräftigte die Ziele und kündigte an, dass die Kosten für das Abfindungsprogramm im zweiten Halbjahr maximal noch 112 Mio. Euro betragen werden.

 

SAP – Was passiert, wenn der Euro wieder anzieht?

Einen Aspekt sollten Anleger jedoch nicht aus den Augen verlieren: Ohne den schwachen Euro wäre das Ergebnis noch deutlich schlechter ausgefallen. Selbst die Konzernspitze des Software-Riesen geht davon aus, dass sich dieser Effekt in den kommenden Monaten verringern wird. Ein stärkerer Euro wäre ein negativer Impuls für die SAP Aktie.

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In dem Fall müssten es die Walldorfer ganz ohne die Währungseffekte schaffen. Rechnet man diese heraus, ist SAP dennoch in der Lage Wachstum zu generieren. Das Cloud-Geschäft dürfte auch in den nächsten Quartalen zulegen und sich nach und nach bezahlt machen. Auch wenn in nächster Zeit wohl keine großen Sprünge wahrscheinlich sind, hier schlummern noch einige positive Impulse für den Titel.

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